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Caravaggio, Narziss, 1597–1599, Detail. © Photo: Gallerie Nazionali di Arte Antica di Roma – Bibliotheca Hertziana, Istituto Max Planck per la storia dell’arte / Mauro Coen
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13. Juli – 6. Oktober 2019

Wege des Barock

Museum Barberini präsentiert Meisterwerke aus den Sammlungen der Palazzi Barberini und Corsini Rom

Das Museum Barberini zeigt vom 13. Juli bis 6. Oktober 2019 die Ausstellung Wege des Barock. Die Nationalgalerien Barberini Corsini in Rom. 54 Meisterwerke aus den Sammlungen des Palazzo Barberini und der Galleria Corsini sind zu Gast in Potsdam, darunter eines der frühen Werke Caravaggios, sein 1597–99 entstandenes Gemälde Narziss. Als Papst Urban VIII. sammelte Maffeo Barberini im 17. Jahrhundert Bilder und gab Gemälde in Auftrag, die heute zu den Hauptwerken der italienischen Malerei zählen.

Die Ausstellung, das erste Projekt des Museums Barberini im Bereich der Alten Meister, zeigt die Themen und stilistischen Entwicklungen des Barock in Rom auf. Die Stiftung Schlösser und Gärten Berlin Brandenburg, die Landeshauptstadt Potsdam und weitere Kulturpartner in Potsdam haben die Ausstellung zum Anlass genommen, mit dem Museum Barberini den Sommer 2019 zu einer Feier italienischer Kunst und Kultur werden zu lassen. Eine als Wanderweg zu den römischen Monumenten in Potsdam konzipierte App erschliesst – gesprochen von Günther Jauch – die italienisch inspirierten Bau- und Kunstwerke in Potsdam.

Neu: Barberini Prolog
Intro zur aktuellen Ausstellung

Sie wollen sich vor Ihrem Besuch auf die neue Ausstellung im Museum Barberini einstimmen? Oder Freunden und Verwandten die Schau empfehlen? Tauchen Sie ein in die Bilderwelt des Barock – kompakt und übersichtlich aufbereitet mit unserem Kurz-Guide Barberini Prolog. Erfahren Sie mehr über die Themen der Ausstellung, ihre Erzählstränge, die Künstler, ihre Werke und unser Begleitprogramm. Perfekt zur Vorbereitung des Ausstellungsbesuch oder zum Weiterleiten!

Barberini Prolog

Intro zur aktuellen Ausstellung

Sie wollen sich vor Ihrem Besuch auf die neue Ausstellung im Museum Barberini einstimmen? Oder Freunden und Verwandten die Schau empfehlen? Tauchen Sie ein in die Bilderwelt des Barock – kompakt und übersichtlich aufbereitet mit unserem Kurz-Guide Barberini Prolog. Erfahren Sie mehr über die Themen der Ausstellung, ihre Erzählstränge, die Künstler, ihre Werke und unser Begleitprogramm. Perfekt zur Vorbereitung des Ausstellungsbesuch oder zum Weiterleiten!

Barberini Prolog

Wege des Barock
Experten über die Ausstellung

Im 17. Jahrhundert machten Papst Urban VIII. und seine Familie Barberini Rom zum Zentrum des Barock. Die Kuratoren Maurizia Cicconi, Michele Di Monte (beide Gallerie Nazionali Barberini Corsini, Rom) und Inés Richter-Musso sowie Franziska Windt, Kustodin für Gemälde der Romanischen Schulen, Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, und Sebastian Schütze, Dekan der Historisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät, Universität Wien, sprechen im Video über den Kunststil, die Bedeutung des Palazzo Barberini sowie die Italien-Sehnsucht der preußischen Könige.

Welche Rolle spielte dabei der Palazzo Barberini in Rom? Und wie lässt sich die europaweite Sehnsucht nach Italien erklären, die auch Friedrich II. dazu inspirierte, Potsdam nach italienischen Vorbildern zu errichten?

Im 17. Jahrhundert machten Papst Urban VIII. und seine Familie Barberini Rom zum Zentrum des Barock. Die Kuratoren Maurizia Cicconi, Michele Di Monte (beide Gallerie Nazionali Barberini Corsini, Rom) und Inés Richter-Musso sowie Franziska Windt, Kustodin für Gemälde der Romanischen Schulen, Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, und Sebastian Schütze, Dekan der Historisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät, Universität Wien, sprechen im Video über den Kunststil, die Bedeutung des Palazzo Barberini sowie die Italien-Sehnsucht der preußischen Könige.

Welche Rolle spielte dabei der Palazzo Barberini in Rom? Und wie lässt sich die europaweite Sehnsucht nach Italien erklären, die auch Friedrich II. dazu inspirierte, Potsdam nach italienischen Vorbildern zu errichten?

Unterwegs mit der Barberini App
Entdecken Sie Potsdam!

Die Ausstellung Wege des Barock im Museum Barberini lädt dazu ein, auch die italienischen Einflüsse im Stadtbild Potsdams zu entdecken. Als Stadtrundgang führt die Audiotour Italien in Potsdam auf der App zu 30 Gebäuden und Kunstwerken, die im 18. und 19. Jahrhundert nach italienischen Vorbildern entstanden sind: von der Nikolaikirche – inspiriert vom Petersdom in Rom – über das dem Konstantinbogen angelehnte Brandenburger Tor bis zur Orangerie in Sanssouci, in deren Architektur sich unverkennbar die Villa Medici in Rom spiegelt. Die Stadttour – gesprochen von Günther Jauch – begleitet durch die Stadt und ermöglicht einen verblüffenden visuellen Vergleich zwischen Potsdam und Italien.

Barberini Digital umfasst alle digitalen Projekte des Museums: von der Barberini App bis zur digitalen Vermittlung im Haus. Während Ihres Besuchs im Museum können Sie sich von Ihrem Smartphone oder von einem Leihgerät intuitiv mit der Barberini App durch die aktuellen Ausstellungen navigieren lassen. Neben Audiotouren für Erwachsene und Kinder bietet die App Serviceinformationen und redaktionelle Inhalte wie Videointerviews mit Experten. Die Barberini App ist kostenlos erhältlich im App Store und bei Google Play.

Die Ausstellung Wege des Barock im Museum Barberini lädt dazu ein, auch die italienischen Einflüsse im Stadtbild Potsdams zu entdecken. Als Stadtrundgang führt die Audiotour Italien in Potsdam auf der App zu 30 Gebäuden und Kunstwerken, die im 18. und 19. Jahrhundert nach italienischen Vorbildern entstanden sind: von der Nikolaikirche – inspiriert vom Petersdom in Rom – über das dem Konstantinbogen angelehnte Brandenburger Tor bis zur Orangerie in Sanssouci, in deren Architektur sich unverkennbar die Villa Medici in Rom spiegelt. Die Stadttour – gesprochen von Günther Jauch – begleitet durch die Stadt und ermöglicht einen verblüffenden visuellen Vergleich zwischen Potsdam und Italien.

Barberini Digital umfasst alle digitalen Projekte des Museums: von der Barberini App bis zur digitalen Vermittlung im Haus. Während Ihres Besuchs im Museum können Sie sich von Ihrem Smartphone oder von einem Leihgerät intuitiv mit der Barberini App durch die aktuellen Ausstellungen navigieren lassen. Neben Audiotouren für Erwachsene und Kinder bietet die App Serviceinformationen und redaktionelle Inhalte wie Videointerviews mit Experten. Die Barberini App ist kostenlos erhältlich im App Store und bei Google Play.

Giovanni Baglione (1566–1644), Himmlische und irdische Liebe (Ausschnitt), vor 1603, Öl auf Leinwand, 240 x 143 cm, Gallerie Nazionali di Arte Antica, Rom © Gallerie Nazionali di Arte Antica – Bibliotheca Hertziana, Istituto Max Planck per la storia dell’arte, Photo: Enrico Fontolan

Giovanni Baglione (1566–1644), Himmlische und irdische Liebe (Ausschnitt), vor 1603, Öl auf Leinwand, 240 x 143 cm, Gallerie Nazionali di Arte Antica, Rom © Gallerie Nazionali di Arte Antica – Bibliotheca Hertziana, Istituto Max Planck per la storia dell’arte, Photo: Enrico Fontolan

Über die Ausstellung

Über die Ausstellung
Wege des Barock. Die Nationalgalerien Barberini Corsini in Rom

Das Museum Barberini zeigt vom 13. Juli bis 6. Oktober 2019 mit Wege des Barock. Die Nationalgalerien Barberini Corsini in Rom seine erste Ausstellung im Bereich der Alten Meister. 54 Meisterwerke aus dem Palazzo Barberini und der Galleria Corsini sind zu Gast in Potsdam, darunter eines der frühen Werke Caravaggios, sein 1597–1599 entstandenes Gemälde Narziss. Die Schau zeichnet die von Caravaggio ausgehende Entstehung der römischen Barockmalerei nach und folgt ihrer Ausstrahlung nach Europa und der Entwicklung nördlich der Alpen ebenso wie in Neapel. Die Ausstellung schlägt den Bogen von den Barberini als Förderer der Künste bis zur Italiensehnsucht der preußischen Könige.

Das Barberini im Barberini

54 Meisterwerke aus dem Palazzo Barberini und der Galleria Corsini sind für Wege des Barock zu Gast in Potsdam. Der Palazzo Barberini, das architektonische Vorbild für das Palais Barberini in Potsdam, verfügt über eine der wichtigsten Sammlungen römischer Barockmalerei weltweit. Zusammen mit der Galleria Corsini beherbergt er die italienischen Nationalgalerien. Ortrud Westheider, Direktorin des Museums Barberini: „Es ist eine große Ehre und auch Anerkennung des noch jungen Museums Barberini, mit den traditionsreichen Nationalgalerien kooperieren zu können. Es war von Anfang an unser Wunsch, mit der Sammlung unserer Namensschwester eine Ausstellung zu realisieren." Flaminia Gennari Santori, Direktorin der italienischen National­galerien Barberini Corsini in Rom: „Wir freuen uns, dass wir unser Museum und einen Teil seiner Sammlung gerade in Potsdam vorstellen können, einer Stadt mit so zahlreichen Anknüpfungspunkten an die Kunst und Architektur Roms.“

Pietro da Cortonas monumentales Deckenbild aus dem Gran Salone des Palazzo Barberini empfängt die Besucher der Potsdamer Ausstellung in Form einer Deckenprojektion. Das berühmte Fresko spiegelt den Machtanspruch einer der bedeutendsten Familien im Rom des 17. Jahrhunderts wider: Tugenden flankieren die Allegorie der göttlichen Vorsehung und präsentieren die Papst-Tiara und die Schlüssel Petri. Auftraggeber war der literarisch gebildete Maffeo Barberini, der sich bereits als junger Mann von Caravaggio portraitieren ließ. Schon vor seiner Wahl zum Papst hatte er in Rom einen Kreis von Schriftstellern und Wissenschaftlern um sich geschart und begonnen, eine Kunstsammlung aufzubauen. Als er 1623 zum Papst Urban VIII. gewählt wurde, entwickelte er sich zu einem der wichtigsten Kunstförderer und machte Rom zur Hauptstadt des Barock. Unter seinem Pontifikat wurde der Petersdom fertiggestellt und geweiht. Straßen und Plätze entstanden, die das Gesicht der Stadt bis heute prägen. Im Dreißigjährigen Krieg (1618–1848) unterstützte Urban VIII. keine der Streitmächte und hielt an seinem Ziel fest, in seinem Jahrhundert eine kulturelle Blüte in Malerei, Architektur, Literatur und Musik zu initiieren, die den Vergleich mit der Renaissance nicht scheuen sollte. Dennoch blieb sein Pontifikat eine Zeit anhaltender Gewalt durch die in der Gegenreformation begründete Inquisition. So musste der mit Urban VIII. befreundete Galileo Galilei seine Lehren widerrufen.

Caravaggios Gemälde Narziss

Mit seiner Konzentration auf den entscheidenden Moment einer Erzählung stieß Michelangelo Merisi da Caravaggio eine neue Kunst an. Mit seinen Hell-Dunkel-Effekten brach der Künstler mit bisherigen Normen und wurde zu einem der Begründer der Barockmalerei. Sein Werk spaltete die Geister. Während seine Anhänger ihn für den mutigen Stil feierten, sahen seine Feinde in ihm einen respektlosen Anarchisten, der die althergebrachten Werte der Malerei zerstören wollte. Eines der frühen Werke Caravaggios, sein 1597–1599 entstandenes Gemälde Narziss, kommt als einer der vielen herausragenden Leihgaben aus Rom nach Potsdam. Ortrud Westheider: „Caravaggio zeigt einen jungen Mann beim Anblick seines Spiegelbildes – Narziss, dem seine Selbstliebe zum Verhängnis wurde. Das Gemälde ist berühmt für seine Fokussierung auf den dramatischen Wendepunkt. Seine Modernität, mit der das Abbild, auch die Möglichkeiten der Malerei, reflektiert wurden, fasziniert bis heute.“

Gewalt und Erlösung. Caravaggio und sein Kreis

Caravaggios Realismus traf in der Zeit von Gegenreformation und Religionskriegen einen Nerv. Der Kampf gegen den als Häresie verdammten Protestantismus brachte eine neue Frömmigkeit hervor, wie sie in Orazio Gentileschis Gemälde Der heilige Franziskus, von einem Engel gehalten (um 1612) zu erkennen ist. Bei aller Glaubensmystik zeugen die Bilder wie etwa Giovanni Bagliones Himmlische und irdische Liebe (vor 1603) aber auch von der Gewalttätigkeit dieser Epoche und von einem neuen Selbstbewusstsein der Künstler, mit dem diese auf die Spannungen innerhalb des kunstsinnigen und zugleich streng klerikalen Rom reagierten.

Wie Caravaggio studierten die Künstler in seinem Kreis Modelle, die aus den ärmsten Vierteln Roms kamen. Den monumentalen Altarbildern und Heiligenlegenden verlieh diese Praxis eine neue Eindringlichkeit. Andachtsbilder wurden verlebendigt und in Alltagsszenen umgedeutet. So malte Carlo Saraceni, ein weiterer Weggefährte Caravaggios, mit Madonna mit Kind und die heilige Anna (um 1611) ein unglückliches Jesuskind inmitten einer häuslichen Szene.

Dramen der Halbwelt. Die Caravaggisten in Neapel

Wegen seiner Teilnahme an einem Straßenkampf mit tödlichem Ausgang musste Caravaggio ins Spanische Königreich Neapel fliehen. Mit seiner Malweise inspirierte er die dortigen Künstler. Luca Giordano und Battistello Caracciolo griffen seine nahsichtige Darstellung und Monumentalisierung der Figuren auf und experimentierten mit schlaglichtartiger Beleuchtung. Sie aktualisierten die Geschichten antiker Philosophen und christlicher Heiliger, indem sie wie Caravaggio das historische Geschehen wie auf einer Bühne zeigten. Jusepe de Ribera hat in Venus und der sterbende Adonis (1637) den dramatischen Moment gewählt, in dem Aphrodite ihren sterbenden Gefährten erblickt. Der aus Spanien stammende Maler hatte Caravaggios Werke 1615 in Rom gesehen. Er bewunderte die Dramatik in dessen Arbeit und die Darstellung der oft implizierten Gewalt.

Licht und Schatten. Caravaggismus in Nordeuropa

Künstler aus Flandern und Frankreich brachten ihre Maltraditionen nach Rom und schöpften aus dem hier von Raffael und Michelangelo geprägten, von antiken Vorbildern ausgehenden Stil. Von Caravaggio und seinem Kreis übernahmen Simon Vouet und Matthias Stom die effektvoll beleuchteten Interieurs und nächtlichen Szenen und machten Licht und Schatten – häufig in der Bedeutung von Gut und Böse – zu dem auch in ihren Heimatländern beliebten Spezialgebiet. Auch Michael Sweerts Der Künstler bei der Arbeit (Mitte 17. Jh.) zeigt sich in der Tradition der Helldunkelmalerei und spiegelt zugleich die Kontroverse um den Stil der beiden inzwischen verstorbenen Meister Caravaggio und Guido Reni. Sollte die Kunst, wie Caravaggio behauptete, die Wirklichkeit abbilden? Oder sollte sie sich, wie es Reni vertrat, an antiken Vorbildern orientieren? Der Künstler Sweerts spielt mit den entgegengesetzten Standpunkten und setzte sich so über die Dogmen der Generationen vor ihm hinweg.

Allegorien der Künste. Vorlieben deutscher Sammler

Für die europäische Aristokratie war die Bildungsreise nach Italien obligatorisch. Die Begegnung mit antiken Kunst- und Bauwerken stand im Vordergrund. Im 18. Jahrhundert gewannen die Kunstsammlungen in den Palästen der römischen Familien, wie der Barberini, zunehmend an Bedeutung. Für deutsche Fürsten wurden sie zum Vorbild des eigenen Sammelns. Sie orientierten sich an Kunstwerken, die sich auf die Antike bezogen, und bevorzugten allegorische Darstellungen der Künste, wie sie in Rom von Simon Vouet, Salvator Rosa und Prospero Muti geprägt wurden. Simon Vouets weibliche Figur mit Farbpalette und Pinsel in Allegorie der Malerei (Selbstportrait) (frühe 1620er Jahre) trägt vermutlich die Gesichtszüge Artemisia Gentileschis, der berühmtesten Malerin ihrer Epoche. Sie ist mit zwei Werken aus der Sammlung der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg in der Ausstellung vertreten.

Galerie der Unvernunft. Die italienischen Barockgemälde im Potsdamer Neuen Palais

Als Leihgabe der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg verlassen die zwei Gemälde Bathseba im Bade (um 1635) und Lukretia und Sextus Tarquinius (um 1630) seit 250 Jahren erstmals das Neue Palais in Potsdam und zeigen beispielhaft den Einfluss des römischen Barock auf deutsche Sammlungen. Als der preußische König Friedrich II. die Gemälde für das Neue Palais erwarb, wusste er nicht, dass sie von einer Frau gemalt worden waren. Er ließ 1769 eine italienische Galerie mit Werken von Giordano Bruni, Guido Reni und den heute Gentileschi zugeschriebenen Gemälden einrichten. Mit biblischen und mythologischen Themen nimmt sie die unheilvollen Folgen männlicher Begierde in den Fokus. Der preußische König, der sich mit Schloss Sanssouci, Ruinenberg und Palais Barberini imperialer wie bukolischer Vorbilder bediente, konfrontierte seinen späteren Nachfolger Friedrich Wilhelm II. fortan mit dieser „Galerie der Unvernunft“.

Palazzo Barberini: Das architektonische Vorbild für das Museum Barberini in Potsdam

Das Museum Barberini wurde nach dem Palais Barberini benannt, das Friedrich der Große am Alten Markt in Potsdam bauen ließ. Im Zweiten Weltkrieg zerstört, wurde es in den Jahren 2013 bis 2016 von der Hasso Plattner Stiftung als moderner Museumsbau an originaler Stelle wiedererrichtet. Der preußische König Friedrich der Große hatte sich eine italienische Piazza für Potsdam gewünscht und sich an einem Kupferstich Piranesis orientiert, der den Palazzo Barberini in Rom zeigt. Mit diesem Bezug auf den Kunst-Papst Urban VIII. brachte der Preußen-König seinen Anspruch zum Ausdruck, ebenfalls ein großer Sammler und Kenner der Kunst zu sein. Im Auftrag von Friedrich II. und seines Nachfolgers Friedrich Wilhelm IV. wurden zahlreiche Gebäude nach italienischen Vorbildern in Potsdam errichtet.

Das Museum Barberini als Ausgangspunkt für eine Entdeckungstour durch Italien in Potsdam

Anlässlich der Ausstellung Wege des Barock lädt das Museum Barberini dazu ein, die italienischen Einflüsse im Stadtbild Potsdams zu entdecken. Als Stadtrundgang führt die Audiotour Italien in Potsdam der Barberini App zu insgesamt 30 Gebäuden und Kunstwerken, die im 18. und 19. Jahrhundert nach italienischen Vorbildern entstanden sind. Die Stadttour – gesprochen von Günther Jauch – begleitet durch die Stadt und ermöglicht einen verblüffenden visuellen Vergleich zwischen Potsdam und Italien.

Italien in Potsdam. Jahresthema der Landeshauptstadt 2019

Die Stiftung Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg und die Stadt Potsdam nehmen die Ausstellung zum Anlass, gemeinsam mit dem Museum Barberini den Sommer 2019 zu einer Feier italienischer Kunst und Kultur werden zu lassen. Bei Führungen, Konzerten, Lesungen, Filmabenden, Schlössernacht und vielen weiteren Veranstaltungen zeigt sich Potsdam von seiner italienischen Seite. Mehr Informationen zum Themenjahr Italien in Potsdam: www.potsdamtourismus.de/italien-in-potsdam

Katalog

Katalog
Caravaggio, Narziss, 1597–1599, Detail. © Photo: Gallerie Nazionali di Arte Antica di Roma – Bibliotheca Hertziana, Istituto Max Planck per la storia dell’arte / Enrico Fontolan

Caravaggio, Narziss, 1597–1599, Detail. © Photo: Gallerie Nazionali di Arte Antica di Roma – Bibliotheca Hertziana, Istituto Max Planck per la storia dell’arte / Enrico Fontolan

Katalog zur Ausstellung

Anlässlich der Ausstellung Wege des Barock ist der gleichnamige Katalog bei Prestel erschienen, herausgegeben von Ortrud Westheider und Michael Philipp. Mit Beiträgen von Maurizia Cicconi, Roberto Contini, Heiko Damm, Andreas Dehmer, Michele Di Monte, Candida Dreier, Sabine Engel, Johannes Gebhardt, Marina Haiduk, Volker Krahn, Susanna Partsch, Sandra Pisot, Inés Richter-Musso, Johannes Rößler, Sebastian Schütze, Franziska Windt.

Hardcover mit Schutzumschlag, 240 Seiten, 24,0 x 30,0 cm, 200 farbige Abbildungen, Prestel Verlag, München 2019, ISBN: 978-3-7913-5808-6.

Ausgabe Museumsshop € 29,95, Ausgabe Buchhandel € 39,00.

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Katalog Wege des Barock

Artemisia Gentileschi (1593–1654), Bathseba im Bade (Detail), um 1635, Öl auf Leinwand, 262 x 223,8 cm, Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, © Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, Photo: Daniel Lindner

Artemisia Gentileschi (1593–1654), Bathseba im Bade (Detail), um 1635, Öl auf Leinwand, 262 x 223,8 cm, Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, © Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, Photo: Daniel Lindner

Pressestimmen

Pressestimmen
Pressestimmen zu "Wege des Barock"

Angela Hohmann, Berliner Morgenpost: „Wunderbare Ausstellung“

Ingeborg Ruthe, Berliner Zeitung: „Die Nationalgalerien Barberini Corsini gastieren mit epochalen Bildwerken im Potsdamer Museum Barberini ... Ein überbordendes Fest für die Augen“

B.Z.: „Diese Ausstellung ist eine Sensation“

Paolo Valentino, Corriere della Sera: „La star dell’allestimento è Caravaggio, ma a dargli spessore e rigore filologico sono i caravaggeschi del Sud e quelli del Nord, plastica dimostrazione della dimensione europea della pittura barocca, che da Roma catturò un’intera generazione di artisti dalla Spagna alle Province Unite“

Carsten Probst, Deutschlandfunk: „Spektakulär, dramatisch, monumental: Der römisch-katholische Barock beeinflusste die Kunst des 18. Jahrhunderts in ganz Europa. Eine große Ausstellung im Museum Barberini in Potsdam zeichnet nun nach, wie die Gemälde Caravaggios und anderer Großmeister bis ins protestantische Preußen ausstrahlten“.

Simone Reber, Deutschlandfunk Kultur: „Die temperamentvolle Ausstellung entführt die Besucher in eine Epoche voller Widersprüche ... Eine gelungene Ausstellung!“ (Beitrag anhören)

Alexander Cammann, DIE ZEIT: „Als die Kunst explodierte … Eine fulminante Ausstellung in Potsdam feiert die Barockmalerei mit Werken aus dem Palazzo Barberini in Rom“ (Artikel lesen)

Stefan Trinks, Frankfurter Allgemeine Zeitung: „Eine der erstaunlichsten deutschen Ausstellungen dieses Jahres“ (Artikel lesen)

Andreas Kilb, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung: „Funktioniert prächtig ... Die Säle, rot, grün und sandfarben angemalt, gliedern die Ausstellung in drei Abschnitte, von denen zwei um das Haus Barberini und seine Kollektion kreisen, während der dritte in einer stupenden Schlusspointe auf den Alten Fritz zuführt“

Ingeborg Ruthe, Frankfurter Rundschau: „Potsdams Museum Barberini lockt mit einer opulenten Barock-Schau“

Kölner Stadt-Anzeiger: „Ein italiensehnsüchtiger Wunsch geht in Erfüllung: Das römische Palais Barberini, zusammen mit der Galleria der Sammlerfamilie Corsini, heute Nationalgalerie, zu Gast mit Altmeister-Werken des italienischen Barock im Museum Barberini“

Mathias Richter, Märkische Allgemeine Zeitung: „Die Caravaggio-Revolution im Museum Barberini“

Heidi Jäger, PNN: „Eine Ausstellung, die sich sehen lassen kann in ihren barocken Üppigkeit“

Barbara Wiegand, rbb Inforadio: „Ein entdeckungsreicher Rundgang in einer lebendigen Inszenierung“

rbb Fernsehen: „Mehr italienisches Flair geht nicht … wird ein Publikumsmagnet“

Peter Richter, Süddeutsche Zeitung: „Verdient unbedingt das Attribut "prachtvoll", auch Begriffe wie "herrlich", "wundervoll" und "überwältigend" dürfen verwendet werden“ (Artikel lesen)

Bernhard Schulz, Tagesspiegel: „Ist das noch Potsdam, oder doch schon Rom? Man betritt den ersten Saal im Museum Barberini – und staunt ... Nach diesem fulminanten Auftakt beginnt ein lehrreicher Parcours durch die beiden Ausstellungsgeschosse, honiggelb die Wände, wo es sich um Werke aus der Sammlung des Barberini-Papstes Urban VIII. handelt, tiefburgunderrot für weitere Barock-Gemälde aus Rom ... In Potsdam machte der Barock schon damals prachtvoll Station – und macht es jetzt erneut“
(Artikel lesen)

Andrea Hilgenstock, tip: „Spektakulär“

Italien in Potsdam

Italien in Potsdam
Sommerfestival "Italien in Potsdam"

Die Ausstellung steht im Zentrum des Sommerfestivals Italien in Potsdam. Gemeinsam mit der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg lädt das Museum Barberini dazu ein, den Ausstellungsbesuch auf die italienisch inspirierten Bauten und Skulpturen in Sanssouci auszuweiten – mit dem digitalen Wanderführer der Barberini App, gesprochen von Günther Jauch.

In Italien fanden Preußens Könige über Jahrhunderte hinweg Inspiration für ihre Residenzstadt Potsdam. Vor allem Friedrich der Große und Friedrich Wilhelm IV. waren Kenner dieser Kunst- und Architekturgeschichte und formten im 18./19. Jahrhundert ein feinsinniges „Preußisches Arkadien“, mit dem sie auch ihrem Machtanspruch Ausdruck verliehen. Es entstand eine Kulturlandschaft, die Bau- und Kunstwerke im Original oder im Stil der römischen Antike, Renaissance, Barock oder des Klassizismus präsentiert.

Die Kooperation mit der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg ermöglicht die Ausleihe zweier von Friedrich II. erworbener Gemälde von Artemisia Gentileschi, die sich seit 1769 im Neuen Palais befinden. Nach 250 Jahren verlassen sie, eigens für die Ausstellung restauriert, erstmals ihren Standort.

Dass die beiden Gemälde von Artemisia Gentileschi stammen, wusste Friedrich nicht. Erst im 20. Jahrhundert entdeckte man, dass es sich um Werke der Malerin aus Rom handelt. Sie war die erste Frau, die eine eigenständige Karriere als Malerin machte und schon zu Lebzeiten europaweit Anerkennung fand. Ihr Werk war jedoch bis weit in das 20. Jahrhundert in Vergessenheit geraten.

Die Gemälde, die 1768 fest in die Wände des Oberen Saals im Neuen Palais von Sanssouci eingebaut wurden, wurden für die Restaurierung entnommen. Übermalungen, vergilbte Firnisse und Schmutz verdeckten die ursprünglichen Oberflächen. Zum Vorschein kam die ganz besondere malerische Qualität Artemisias. Bei der Darstellung der Lukretia war der Kopf des Tarquinius völlig übermalt. Nach der Abnahme der Übermalungen zeigt sich die Darstellung des Königssohnes nun wieder in seiner ursprünglichen Frische.

© Museum Barberini, mit freundlicher Genehmigung von www.cngcoins.com, Bearbeitung: Björn Böhme
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© Museum Barberini
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Klausberg, Park Sanssouci // antikes Vorbild
Palazzo Barberini, Rom Photo © Barberini Corsini
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Museum Barberini, Potsdam, Photo © Helge Mundt
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Museum Barberini Potsdam // Palazzo Barberini Rom
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Kolonnaden, Neues Palais, Potsdam // Kolonnaden, Petersplatz, Rom
© Museum Barberini Potsdam, Henry Balaszeskul
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© Museum Barberini Potsdam, Henry Balaszeskul
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Triumphtor am Winzerberg, Potsdam // Arco degli Argentari, Rom
© Museum Barberini Potsdam, Henry Balaszeskul
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© Museum Barberini Potsdam, Henry Balaszeskul
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Neptungrotte, Potsdam // Trevibrunnen, Rom
© Museum Barberini Potsdam, Henry Balaszeskul
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© Museum Barberini Potsdam, Henry Balaszeskul
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Französische Kirche, Potsdam // Pantheon, Rom
© SPSG
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© SPSG / Gerhard Murza
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Gemälde von Artemisia Gentileschi unrestauriert // restauriert
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