Presse

Auf dieser Seite haben wir Ihnen alle medienrelevanten Informationen und Presseunterlagen zu den Ausstellungen des Museum Barberini zusammengestellt. Sollten Sie Fragen oder Interviewwünsche haben oder zusätzliches Material benötigen, sprechen Sie uns gerne persönlich an:

Achim Klapp, Marte Kräher, presse@museum-barberini.com

Bitte beachten Sie, dass der Museumsbesuch aktuell leider nur mit einer Online-Reservierung möglich ist. Journalisten und Pressevertreter mit einem gültigen Presseausweis können in unserem Ticketshop ein kostenfreies Zeitfenster buchen. Wir freuen uns auf Ihren Besuch im Museum Barberini.

Presseverteiler

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Pressetexte

Hier finden Sie unsere Pressemitteilungen sowie die Pressemappe für die laufende Ausstellung.

Pressemitteilungen
  • 29. April 2020 | Pressemitteilung
    Museum Barberini öffnet am 6. Mai wieder

    Nach knapp zwei Monaten öffnet das Museum Barberini am Mittwoch, den 6. Mai 2020, wieder seine Türen. Das Land Brandenburg hat einer Wiedereröffnung von Kultureinrichtungen unter strengen Auflagen zugestimmt. Das Museum hat in Abstimmung mit den zuständigen Behörden einen umfänglichen Katalog an Schutz- und Hygienemaßnahmen entwickelt.

    Um den Ausstellungsbesuch auch während der Corona-Pandemie sicher zu gestalten, wird die Anzahl der Gäste bis auf Weiteres stark reduziert, die Verweildauer auf 120 Minuten begrenzt sowie der geforderte Abstand von 1,5 Metern durch ein Wegeleitsystem gewährleistet. Zudem wird der Schutz durch Maskenpflicht und generelle Kontaktreduzierung erhöht.

    Ortrud Westheider, Direktorin des Museums Barberini: „Wir freuen uns sehr, dass wir das Museum endlich wieder zugänglich machen können. Wir sind uns der Verantwortung bewusst, die wir gegenüber unseren Gästen und Mitarbeitern haben. In Zeiten der Krise, in der weltweit alle Museen geschlossen waren, hat das Museum Barberini eine beispiellose Solidarität erfahren: In kürzester Zeit haben die zahlreichen internationalen Leihgeber einer Verlängerung der Ausstellung Monet. Orte bis 19. Juli 2020 zugestimmt. Damit können wir der Begeisterung für Monets Malerei Zeit und Raum geben.“

    Die Ticketbuchung ist ab Donnerstag, den 30. April 2020, vorerst ausschließlich online möglich. Bereits erworbene Tickets für einen Museumsbesuch ab dem 6. Mai 2020 behalten ihre Gültigkeit.

    Weitere Informationen zu Tickets für die Monet-Ausstellung sowie den Schutz- und Hygienemaßnamen im Museum Barberini: www.museum-barberini.de.

  • 20. April 2020 | Pressemitteilung
    Museum Barberini prüft Voraussetzungen für Wiedereröffnung

    Das Land Brandenburg hat am Freitag, 17. April 2020, einer Wiedereröffnung der Museen unter strengen Auflagen zugestimmt. Das Museum Barberini prüft zurzeit in Abstimmung mit den zuständigen Behörden in Potsdam die Schutz- und Hygienevorschriften und plant deren technische und organisatorische Umsetzung. Zudem stimmt sich das Museum Barberini mit den Kultureinrichtungen in Potsdam und Berlin ab.

    „Wir haben einen Hygieneplan und Konzepte für die Regulierung der Besucherströme erstellt. Damit wir einen möglichst sicheren Ausstellungsbesuch gewährleisten können, benötigen wir dennoch Zeit, um die notwendigen Schutzvorkehrungen für das Haus anzupassen. Wir hoffen, die Monet-Schau in Kürze für Besucher wieder zugänglich machen zu können. Über den genauen Termin informieren wir sobald wie möglich“, erklärt Ortrud Westheider, Direktorin des Museums Barberini.

    Mit zahlreichen, täglich wechselnden Online-Angeboten rund um die aktuelle Ausstellung Monet. Orte trägt das Museum Barberini derzeit die Werke und die Geschichten hinter den Gemälden in den digitalen Raum. Neben einer Website zur Schau, gefilmten Kuratoren-Rundgängen, 360°-Touren sowie Interviews mit internationalen Monet-Experten bietet das Museum ab sofort ein weiteres digitales Angebot an:

    Die Barberini Live Tour bietet die Möglichkeit, die Schau gemeinsam mit einem erfahrenem Guide des Museums virtuell zu besuchen. In dem interaktiven Rundgang tauchen die Besucher ein in die Vielfalt der Orte, die Monet im Lauf seines langes Künstlerlebens geprägt hat – von der Großstadt Paris und den Seine-Dörfern Argenteuil, Vétheuil und Giverny bis zu Reisezielen wie London oder Venedig. Im Austausch mit dem Guide besuchen die Besucher alle Ausstellungsräume und können die Gemälde aus nächster Nähe betrachten – fast als wären die Besucher im Museum.

    „Wir wissen, dass eine virtuelle Führung das Erlebnis des Originals nicht ersetzen kann. Aber die Kombination einer 360°-Tour mit einer persönlichen Führung kommt einem Ausstellungsbesuch schon sehr nahe und kann vielleicht auch in der Zukunft Menschen einen Zugang ermöglichen, die nicht ins Museum kommen können!“, sagt Ortrud Westheider. „In einer Testphase wollen wir dieses einzigartige Führungsformat, bei der sich die Besucher per Computer zuschalten können, kostenfrei anbieten, um erste Erfahrungen sammeln zu können und das Angebot zu perfektionieren. Ab dem 10. Mai 2020 ist die virtuelle Führung dann kostenpflichtig. Wir sind gespannt, wie das neue Angebot bei unseren Besuchern ankommt!“.

    Weitere Informationen zur Barberini Live Tour sowie den aktuellen digitalen Aktivitäten des Museums Barberini: www.museum-barberini.com/digital.

  • 16. März 2020 | Pressemitteilung
    Verlängerung der Schließung des Museums Barberini bis 19. April 2020

    Aufgrund der Verfügung der Landeshauptstadt Potsdam im Zusammenhang mit dem Coronavirus wird das Museum Barberini die Schließung bis vorerst Sonntag, den 19. April 2020, verlängern. Um Besucher wie auch Mitarbeiter vor einer möglichen Ansteckung zu schützen und die Verlangsamung der Ausbreitung des Coronavirus zu unterstützen, hat das Museum bereits auf eigene Initiative seit Donnerstag, den 12. März 2020, geschlossen.

    Ortrud Westheider, Direktorin des Museums: „Die Schließung des Museums bis nach Ostern ist unendlich schade, doch wir tragen die Verantwortung für die Gesundheit unserer Gäste sowie der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Über Social Media bieten wir aber während der Schließung täglich neue Einblicke in die Monet-Ausstellung. Interessierte können nach wie vor den Barberini Prolog – die Webseite zur Ausstellung – durchstöbern, die Audiotour auf der kostenlosen Barberini App anhören oder sich Interviews mit internationalen Monet-Experten auf unserem YouTube-Kanal anschauen.“

    Der Ticketverkauf wird ebenfalls bis einschließlich 19. April 2020 ausgesetzt. Bereits für den Zeitraum vom 12. März bis 19. April 2020 erworbene Tickets für den Ausstellungsbesuch sowie für Veranstaltungen im Museum Barberini werden erstattet. Weitere Informationen: www.museum-barberini.com

    Pressekontakt
    Achim Klapp, Marte Kräher
    Kommunikation Museum Barberini
    T +49 331 236014 305/308
    E presse@museum-barberini.com
    www.museum-barberini.com

  • 11. März 2020 | Pressemitteilung
    Temporäre Schließung des Museums Barberini

    Die Gesundheit der Gäste und Mitarbeiter des Museums Barberini hat höchste Priorität. Das Museum prüft laufend die Berichterstattung sowie die Empfehlungen der zuständigen Behörden zum Coronavirus und möchte einen Beitrag dazu leisten, die dynamische Verbreitung des Coronavirus zu hemmen.

    Um Gäste und Mitarbeiter vor einer möglichen Ansteckung zu schützen, hatte das Museum Barberini bereits in der vergangenen Woche die Anzahl der Besucher stark begrenzt. Da das Museum aber bei der großen Publikumsausstellung Monet. Orte mit anfänglich 2.500 bis 3.000 Gästen pro Tag das empfohlene Limit von höchstens 500 bis 1.000 Besuchern bei Kulturveranstaltungen nicht gewährleisten kann, wird das Museum ab Donnerstag, 12.3.2020, bis einschließlich Dienstag, 17.3.2020, schließen. In dieser Zeit ist der Online-Ticket-Verkauf ausgesetzt. Nach Prüfung der aktuellen Lage wird das Haus am 17.3.2020 neu entscheiden.

    Bereits für diesen Zeitraum gebuchte Tickets für den Ausstellungsbesuch sowie Veranstaltungen im Museum Barberini werden erstattet, weitere Informationen hierzu werden in Kürze auf der Website veröffentlicht.

  • 20. Februar 2020 | Pressemitteilung
    Impressionismus. Die Sammlung Hasso Plattner (ab 5. September 2020 im Museum Barberini)

    Das Museum Barberini in Potsdam wird ab dem 5. September 2020 die Impressionisten aus der Sammlung des Museumsgründers Hasso Plattner zeigen. Über 100 Meisterwerke von Monet, Renoir, Morisot, Sisley, Pissarro, Cross, Signac und weiteren Malern des Impressionismus und Postimpressionismus werden künftig dauerhaft im Museum Barberini präsentiert werden. Darunter sind allein 34 Gemälde von Claude Monet. Mehr Monets sind außerhalb von Paris nirgends in Europa zu sehen. Insgesamt werden über zwanzig Künstler in der Dauerausstellung vertreten sein. Ihre Werke unterstreichen die zentrale Rolle der Landschaftsmalerei zu jener Zeit.

    Hasso Plattner erklärt seine Leidenschaft für die Impressionisten so: „Aus nationalem Ressentiment wurde der französische Impressionismus in Deutschland in seiner Zeit kaum gesammelt. Meine Sammlung soll deshalb, besonders hier im Osten Deutschlands, ein Ort der deutsch-französischen Freundschaft, des kulturellen Freigeistes und des internationalen Austausches sein.“

    Ortrud Westheider, Direktorin des Museums Barberini, unterstreicht die Bedeutung der neuen Dauerausstellung: „Diese Sammlung ist für das Museum Barberini eine große Chance. Mit Leidenschaft und einem unfehlbaren Blick für Qualität hat Hasso Plattner im Lauf der letzten 30 Jahre eine der bedeutendsten Sammlungen impressionistischer Malerei weltweit zusammengetragen. Neben den wichtigen Häusern in Berlin, Bremen, Frankfurt, Köln, München und Stuttgart gewinnt die deutsche Museumslandschaft jetzt dank seiner großzügigen Dauerleihgaben mit Potsdam einen weiteren Standort, der über einen herausragenden Bestand impressionistischer und postimpressionistischer Werke verfügt.“

    In der Dauerausstellung der Sammlung Plattner werden zum ersten Mal auch Gemälde zu sehen sein, die die Hasso Plattner Foundation unlängst erworben hat. Darunter bedeutende Werke von Caillebotte, Pissarro und Renoir, aber auch Monets Stillleben mit spanischen Melonen (1879), Bordighera, Italien (1884) und Die blühende Wiese (1885). Als bekanntestes Bild konnte Monets Getreideschober aus dem Jahr 1890 für das Museum Barberini gewonnen werden. Das Bild ist eine von 25 Variationen des Motivs einfacher Getreideschober, wie sie in unmittelbarer Nähe von Monets Landhaus in Giverny standen. Der Maler nahm sie in den 1890er Jahren zu unterschiedlichen Tages- und Jahreszeiten in den Blick. Als 15 dieser Arbeiten im Mai 1891 in der Pariser Galerie Paul Durand-Ruel ausgestellt wurden, erklärte Monet: „Für mich existiert eine Landschaft nicht an und für sich, weil ihre Erscheinung sich jeden Moment verändert; sie lebt durch das, was sie umhüllt – durch die Luft und das Licht, die ständig wechseln. (…) Für mich erhält das Sujet erst durch seine Umgebung seinen wahren Wert.“

    Mit den Getreideschobern entwickelte Monet Ende des 19. Jahrhunderts sein Serienverfahren, das er später mit seinen Seerosenbildern fortsetzte – ein Wendepunkt in seinem Schaffen. Der Getreideschober nimmt in dieser Serie eine herausgehobene Stellung ein, da die in Reihe stehenden Getreideschober hier nicht wie sonst vor dem geraden Horizont inszeniert werden. Dieses Bild wurde 1892 von der Chicagoer Kunstsammlerin Bertha Palmer erworben, die damals eine der größten Sammlungen französischer Landschaftsmalerei außerhalb von Paris besaß, darunter allein neun Bilder aus dieser ersten Serie Monets.

    Über die Bedeutung des Ankaufs sagt Museumsgründer Hasso Plattner: „Mit Monets Getreideschober hat die Hasso Plattner Foundation eine Ikone des Impressionismus für den Museumsbetrieb erworben. Meisterwerke wie diese gehören nicht weggeschlossen, sondern sollten öffentlich gezeigt werden. Im Museum Barberini wird das Bild für jedermann zu sehen sein.“ Direktorin Ortrud Westheider: „Mit Monets Getreideschober ist das Museum Barberini mit Sammlungen wie dem Art Institute of Chicago, dem Metropolitan Museum of Art in New York, dem Musée d’Orsay in Paris und dem Kunsthaus Zürich verbunden, die ebenfalls ein Werk aus dieser Serie besitzen.“

    Monets Gemälde Getreideschober wird erstmals seit 1945 öffentlich ausgestellt und schon im Rahmen der umfangreichen Retrospektive Monet. Orte zu sehen sein, die das Museum Barberini ab 22. Februar zeigt. In dieser Ausstellung wird das Bild in einen Dialog mit zwei weiteren Variationen der Getreideschober treten können: Das eine Bild stammt aus der Privatsammlung Hasso Plattners. Das andere ist eine Leihgabe aus der National Gallery of Australia in Canberra und befand sich früher ebenfalls in der Sammlung von Bertha Palmer.

  • 20. Februar 2020 | Pressemitteilung
    Monet. Orte (22. Februar – 1. Juni 2020)

    Vom 22. Februar bis 1. Juni 2020 präsentiert das Museum Barberini die Ausstellung Monet. Orte. Diese Werkschau ist eine der umfangreichsten Retrospektiven, die dem Künstler jemals an einem deutschen Museum gewidmet wurde. Sie entstand in Zusammenarbeit mit dem Denver Art Museum. Anhand von über 100 Gemälden spürt sie den Orten nach, aus denen Monet Inspiration bezog – von Paris und den Seine-Dörfern bis zu Reisezielen wie London oder Venedig. Die Schau versammelt zahlreiche Schlüsselwerke aus sämtlichen Schaffensphasen. Sie ist die erste Ausstellung, die Monets künstlerischen Werdegang im Hinblick auf seine Ortswahl und sein Ortsbewusstsein in den Blick nimmt.

    Der Ort war für Claude Monet (1840–1926) von entscheidender Bedeutung. Hier traf das von Wetter, Jahres- und Tageszeiten abhängige Licht auf die Landschaft. Hier ging er dem flüchtigen Spiel atmosphärischer Phänomene nach – dem, was zwischen ihm und dem Motiv lag. Dabei machte er es sich nicht einfach: Immer wieder suchte er gezielt Ansichten, deren malerische Umsetzung eine Herausforderung war, vom gleißenden Licht der Riviera bis zur windgepeitschten Atlantikküste im Norden Frankreichs. Die Ausstellung Monet. Orte zeigt, welche Strategien der Künstler bei der Wahl seiner Wohnorte und Reiseziele verfolgte. Anhand von über 100 Exponaten erfasst sie sein gesamtes Schaffen, vom ersten dokumentierten Gemälde bis zu den späten Seerosenbildern, die er in seinem Garten in Giverny anfertigte.

    Schon früh hatte sich Monet der Freilichtmalerei zugewandt. Er malte nicht wie damals üblich nur vorbereitende Ölskizzen, sondern auch ausgearbeitete Gemälde unter freiem Himmel. Monet spürte dem genius loci, der Aura, die einem bestimmten Ort innewohnt, nach. Zugleich wollte er immer sein Erlebnis des Moments am Ort erfassen. Obwohl die Gemälde im Lauf seines Lebens zunehmend abstrakter wurden, beruhten sie auf Beobachtung und blieben an der Wirklichkeit orientiert.

    Immer wieder sprach Monet von seinem Bedürfnis, zunächst in eine Landschaft eintauchen, ein Gespür für eine neue Gegend entwickeln zu müssen, bevor er sie auf die Leinwand bannen konnte. Anders als das Klischee der impressionistischen Malerei als spontaner Eindruck vermuten lässt, ging Monet zielgerichtet und methodisch vor. Sein Ringen um eine authentische Wiedergabe der Landschaft beschrieb er in einem Brief von 1912: „Ich weiß nur, dass ich im Hinblick auf die Natur alles tue, was in meiner Macht steht, um wiederzugeben, was ich empfinde, und dass ich meistens, wenn ich versuche, das wiederzugeben, was ich fühle, die grundlegenden Regeln der Malerei, sollten sie überhaupt existieren, vollkommen vergesse.“

    Anders als seine Künstlerfreunde suchte Monet die verschiedensten Landschaften und Lichtstimmungen – nicht nur an seinen Wohnorten in Frankreich, sondern auch auf Reisen. Er nutzte das nach 1850 rapide anwachsende Schienennetz, durch das sich sein Aktionsradius erweiterte. Monets Kunst spiegelt die neue Mobilität, die das Aufkommen der Eisenbahn mit sich brachte. Zahlreiche Orte, die er darstellte, waren touristisch beliebte Ausflugsziele, die auch als Motive auf Postkarten oder Amateurphotographien zirkulierten. Monet wandte sich an das aufstrebende Großstadtbürgertum, eine kaufkräftige Klientel, die sich über Tourismus, Freizeit und Erholung definierte.

    Die neu aufgekommene Photographie entsprach dem Zeitgeist mit seinem Streben nach wissenschaftlicher Erfassung der Welt. „Monet machte mit seiner Malerei ein Spannungsfeld zwischen naturwissenschaftlicher Exaktheit und subjektiver Erfahrung auf. Bei aller Motivtreue zielte er darauf ab, dem Betrachter sein Naturerlebnis erfahrbar zu machen“, erklärt Ortrud Westheider, Direktorin des Museums Barberini. Kurator Daniel Zamani fügt hinzu: „Die Bedeutung des Ortes zeigt sich bei Monet auch an den Bildtiteln, die häufig konkrete Orte benennen – wie etwa Blick auf Bordighera oder Felsen bei Port-Goulphar. Im Wissen, dass sich Menschen mit Orten identifizieren, war Monet bestrebt, die Topographie seiner Gemälde kenntlich zu machen, statt allgemeine Titel wie Stadt am Meer oder Die schwarzen Klippen zu verwenden, wie es damals bei Salonbildern üblich war.“

    „Ein ganzer Raum unserer Retrospektive ist Monets Garten in Giverny gewidmet“, betont Ortrud Westheider. „In seinen ikonischen Seerosenbildern bahnt sich ein freies Spiel von Farbe und Form den Weg, das ihn zu einem der wichtigsten Wegbereiter der abstrakten Malerei im frühen 20. Jahrhundert werden ließ.“ Über die Zielsetzung der Retrospektive führt Daniel Zamani weiter aus: „Monets Schaffen ist intensiv untersucht worden, aber unser Fokus auf die Orte, die ihn inspirierten, eröffnet neue Einblicke in seine künstlerischen Interessen und Methoden. Wir zeigen, wie wichtig bestimmte Landschaften an den Wendepunkten seiner Karriere waren, und untersuchen, wie und warum diese Orte die Entwicklung seiner Malerei beeinflusst haben.“

    Ausgangspunkt der Ausstellung bildet die Sammlung Hasso Plattners, Stifter des Museums Barberini, sowie der Impressionismus-Bestand des Denver Art Museums. Dazu kommen Leihgaben aus zahlreichen internationalen Museums- und Privatsammlungen, darunter Schlüsselwerke aus dem Musée d’Orsay und dem Musée Marmottan Monet in Paris, der National Gallery in London, dem Museo Nacional Thyssen-Bornemisza in Madrid, dem Metropolitan Museum of Art in New York, der National Gallery of Art in Washington, D. C., dem Hammer Museum in Los Angeles sowie dem National Museum of Western Art in Tokio und der National Gallery of Australia in Canberra. Die Ausstellung wurde konzipiert von den

    Direktoren und Kuratoren des Denver Art Museums und des Museums Barberini, Christoph Heinrich und Angelica Daneo sowie Ortrud Westheider und Daniel Zamani.

    Die mehr als 100 Exponate werden in einer thematisch nach Orten gegliederten Raumfolge präsentiert, die sich über alle drei Stockwerke des Museums erstreckt. Im Rundgang können die Besucherinnen und Besucher Monets gesamte Werkentwicklung bis zu seinen späten Serienbildern verfolgen und zugleich den Orten nachspüren, aus denen er Inspiration für seine impressionistische Freilichtmalerei bezog – darunter auch sein aufwendig angelegter Wassergarten in Giverny, der zum Fokus seiner letzten Schaffensjahre wurde.

    Zur Ausstellung erscheint ein 280-seitiger Katalog (Prestel, 2020), der Essays von einigen der bedeutendsten Forscherinnen und Forschern im Bereich des Impressionismus beinhaltet, darunter Marianne Mathieu, James H. Rubin, George T. M. Shackelford, Richard Thomson und Paul Hayes Tucker.

  • 3. Februar 2020 | Pressemitteilung
    165.000 Besucher bei Van Gogh

    165.000 Besucher besuchten die Ausstellung Van Gogh. Stillleben, die am gestrigen Sonntag nach rund drei Monaten endete. Sie ist nach der Museumseröffnung 2017 mit Impressionismus. Die Kunst der Landschaft und Picasso. Das späte Werk im vergangenen Jahr die bislang besucherstärkste Ausstellung des Hauses. Anhand einer repräsentativen Auswahl von 27 Gemälden veranschaulichte sie die Bedeutung, die die Stillleben für Van Goghs künstlerischen Werdegang hatten. Ortrud Westheider, Direktorin des Museums Barberini: „Noch nie gab es eine Ausstellung, die sich Van Goghs Stillleben gewidmet hat. Wir freuen uns sehr, dass wir mit unserer konzentrierten Schau so viele Besucherinnen und Besucher für einen neuen Blick auf Van Goghs Werk begeistern konnten – und dies auf nur einer Etage des Museums. Um allen unseren Gästen ein angenehmes Kunsterlebnis in den sechs Sälen zu ermöglichen, hatten wir die Besuchskontingente für das Museum stark begrenzt. Besonders freue ich mich, dass die Ausstellung erneut so viele junge Menschen angesprochen hat. Über 1.200 Führungen und Workshops wurden in den drei Monaten durchgeführt, davon allein 300 für Kinder- und Schülergruppen. Der Anteil der Führungen und Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche im Museum Barberini beträgt somit ein Viertel aller Führungen, ein schöner Erfolg!“

    Im Anschluss an Van Gogh. Stillleben zeigt das Museum Barberini vom 22. Februar bis 1. Juni 2020 Monet. Orte. Mit über 100 Gemälden ist die Ausstellung die bislang größte dem Künstler gewidmete Retrospektive in Deutschland. Der Ort war für Claude Monet von entscheidender Bedeutung. Hier traf das von Wetter, Jahres- und Tageszeiten abhängige Licht auf landschaftliche Gegebenheiten. Monet. Orte versammelt zahlreiche Schlüsselwerke aus sämtlichen Schaffensphasen und ist die erste Ausstellung, die Monets künstlerischen Werdegang im Hinblick auf die Kategorien Ortswahl und Ortsbewusstsein in den Blick nimmt.

    www.museum-barberini.com/monet

  • 3. Januar 2020 | Pressemitteilung
    100.000 Besucher bei Van Gogh

    Heute konnte das Museum Barberini den 100.000. Besucher in der Ausstellung Van Gogh. Stillleben begrüßen. Die Schau veranschaulicht anhand einer repräsentativen Auswahl von 27 Gemälden die Bedeutung, die die Stillleben für seinen künstlerischen Werdegang hatten. Ortrud Westheider, Direktorin des Museum Barberini: „Noch nie gab es eine Ausstellung, die sich Van Goghs Stillleben gewidmet hat. Wir freuen uns sehr, dass wir mit unserer konzentrierten Schau so viele Besucherinnen und Besucher für diesen neuen Blick auf Van Gogh begeistern können. Wir empfehlen allen, die die Schau unbedingt noch sehen wollen, vorab online Karten zu reservieren. Um allen Besuchern ein angenehmes Ausstellungserlebnis in den nur sechs Sälen zu ermöglichen, sind die Besuchskontingente für die Schau begrenzt“.

    Insgesamt kamen 2019 rund 390.000 Besucher in das Museum Barberini zu den Ausstellungen zum Spätwerk Picassos, zu den römischen Barock-Meisterwerken und den Stillleben Van Goghs, über 3.300 Gruppenführungen für Kinder und Erwachsene wurden angeboten. Das vergangene Jahr war damit nach dem Eröffnungsjahr 2017 das besucherstärkste für das neue Museum in Potsdam, die Picasso-Schau im Frühling 2019 nach der Museumseröffnungsausstellung die erfolgreichste des Hauses bislang. „Wir sind überwältigt von dem hohen Zuspruch unserer Besucher und der Begeisterung, mit der unser Haus, unsere Ausstellungen, Veranstaltungen, unser umfangreiches Vermittlungsprogramm und die digitalen Angebote angenommen werden“, sagt Ortrud Westheider. „Die Resonanz auf unsere bislang 13 Schauen waren sowohl beim Publikum als auch bei den Medien hervorragend. Über 100.000 Barberini Friends-Jahreskarteninhaber besuchen uns regelmäßig. Rund 250.000 Nutzer verwenden die Barberini App mit Audioguides und redaktionell aufbereiteten Inhalten wie Expertenvideos und Podcasts. Und rund ein Drittel unserer Besucher nutzt beim Besuch die Barberini App über das eigene Smartphone oder die Leihgeräte im Museum.“

    Die von Michael Philipp, Chefkurator des Museums Barberini, verantwortete Ausstellung Van Gogh. Stillleben, die noch bis zum 2. Februar 2020 zu sehen ist, durchmisst das gesamte Œuvre des Künstlers von den in dunklen Erdtönen gehaltenen Studien des Frühwerks der Jahre 1881 bis 1885 bis zu den in leuchtenden Farben gemalten Obst- und Blumenstillleben, die in den letzten Lebensjahren in Arles, Saint-Rémy und Auvers entstanden sind. Michael Philipp: „Das Genre Stillleben wurde zu seinem Experimentierfeld zur Erprobung malerischer Mittel und Möglichkeiten. Seine Reaktion auf den Impressionismus, den Van Gogh in Paris kennenlernte, zeigt sich in den Stillleben ebenso wie seine Verarbeitung von Einflüssen japanischer Farbholzschnitte. Gerade die Entwicklung zu einem immer freieren, intensiveren Umgang mit Farbe lässt sich anhand der Stillleben nachvollziehen.“

    Im Anschluss an die Van Gogh-Schau zeigt das Museum Barberini vom 22. Februar bis 1. Juni 2020 Monet. Orte. Mit über 100 Gemälden ist die Ausstellung die bislang größte dem Künstler gewidmete Ausstellung in Deutschland. Vom 27. Juni bis 11. Oktober 2020 geht die Ausstellung Rembrandts Orient der Auseinandersetzung des Künstlers und anderer Maler des Goldenen Zeitalters der Niederlande mit den außereuropäischen Kulturen nach und fragt nach ihrem Bild vom Orient. Im Herbst präsentiert das Museum Barberini die Schau Impressionismus in Russland (7. November 2020 bis 28. Februar 2021). Die Ausstellung zeigt die Internationalität der impressionistischen Bildsprache von Malerinnen und Maler um 1900 und zeigt, wie sie auch für Avantgardekünstler wie Natalja Gontscharowa, Michail Larionow und Kasimir Malewitsch zum Ausgangspunkt wurde. Die Ausstellung integriert die russischen Künstler in das Projekt der europäischen Moderne.

    www.museum-barberini.com/van-gogh
    prolog.museum-barberini.com/vangogh
    #VanGoghBarberini

  • 20. Dezember 2019 | Pressemitteilung
    Monet, Rembrandt, Impressionismus in Russland. Ausstellungsprogramm 2020

    Monet. Orte
    22. Februar bis 1. Juni 2020


    Die Wiedergabe flüchtiger Natureindrücke spielt eine zentrale Rolle in der Kunst Claude Monets (1840–1926). Wie kein anderer Impressionist setzte er sich intensiv mit der Topographie und den spezifischen Lichtstimmungen der unterschiedlichsten Orte auseinander, von der Metropole Paris bis zu den abgelegenen Seine-Dörfchen Vétheuil und Giverny. Die Ausstellung zeigt mit über 100 Gemälden die Entwicklung von Monets Kunst von den 1850er bis zu den 1920er Jahren mit einem Fokus auf die Orte – sowohl in der Heimat wie auf Reisen –, aus denen er Inspiration für seine Malerei bezog. In Zusammenarbeit mit dem Denver Art Museum, wo die Ausstellung unter dem Titel Claude Monet: The Truth of Nature bis zum 2. Februar 2020 zu sehen ist.

    Rembrandts Orient. Westöstliche Begegnung in der niederländischen Kunst des 17. Jahrhunderts
    27. Juni bis 11. Oktober 2020


    Der intensive Handel der Niederlande mit dem Nahen und Fernen Osten machte die Stadt Amsterdam im 17. Jahrhundert zu einem kulturellen Schmelztiegel und einem zentralen Umschlagplatz für exotische Güter in Europa. Rembrandt (1606–1669) und andere Maler des Goldenen Zeitalters der Niederlande schöpften freimütig aus der Vielzahl von Einflüssen ferner Länder und bereicherten ihr Werk um neue Motive. Die Ausstellung geht der Auseinandersetzung dieser Künstler mit den außereuropäischen Kulturen nach und fragt nach ihrem Bild vom Orient.
    In Zusammenarbeit mit dem Kunstmuseum Basel.

    Impressionismus in Russland. Aufbruch zur Avantgarde
    7.11.2020 bis 28.2.2021


    Zahlreiche Künstler in Russland ließen sich am Ende des 19. Jahrhunderts von den Themen und der Malweise der französischen Impressionisten anregen. Sie arbeiteten en plein air und spürten der Flüchtigkeit des Moments nach, wenn sie Szenen des russischen Alltags portraitierten. Malerinnen und Maler wie Natalja Gontscharowa, Michail Larionow und Kasimir Malewitsch, die später die Avantgarde bildeten, entwickelten aus dem impressionistischen Studium des Lichts ihre neue Kunst. Die Ausstellung zeigt die Internationalität ihrer Bildsprache um 1900 und integriert die russischen Künstler in das Projekt der europäischen künstlerischen Moderne.
    In Zusammenarbeit mit der Staatlichen Tretjakow-Galerie, Moskau, und dem Museum Frieder Burda, Baden-Baden.

  • 11. November 2019 | Pressemitteilung
    Impressionismus in Russland. Aufbruch zur Avantgarde (7.11.2020 – 28.2.2021)

    Paris war schon vor 1900 ein Anziehungspunkt für russische Künstler. Hier begegneten sie den Werken von Claude Monet und Auguste Renoir. Sie ließen sich von den Themen und der Malweise der französischen Impressionisten anregen. Zurück in Russland malten sie en plein air und spürten der Flüchtigkeit des Moments nach, wenn sie Szenen des russischen Alltags portraitierten. Auch Maler, die später die Avantgarde bildeten, entwickelten aus dem impressionistischen Studium des Lichts ihre neue Kunst. Erstmals widmet sich eine Ausstellung dem vielgestaltigen Impressionismus in Russland. Die Schau, eine Kooperation mit der Staatlichen Tretjakow-Galerie, Moskau, und dem Museum Frieder Burda, Baden-Baden, zeigt die Internationalität der Bildsprache um 1900 und integriert die russischen Künstler in das Projekt der europäischen künstlerischen Moderne.

    Der Aufenthalt von Künstlerinnen und Künstlern in Paris, der Hauptstadt der europäischen Kunst, hat in der russischen Malerei Spuren hinterlassen. Die Generation nach Ilja Repin orientierte sich am Westen. Die Boulevards und Cafés von Paris wurden um 1900 ein wichtiges Thema. Die Maler studierten nicht nur die Architektur, sondern auch die impressionistischen Stadtansichten mit ihren dramatischen Straßenfluchten und kühnen Perspektiven. Die nächtlich beleuchteten Straßenzüge faszinierten Konstantin Korowin und Nicolas Tarkhoff, die das Thema populär machten.

    Zurück in Russland setzten sie ihre Eindrücke von der französischen Moderne um: Sie malten im Freien und inszinierten auf ihren Leinwänden das Licht. Die Landschaftsmalerei erhielt dadurch wichtige Impulse und wurde zum ersten Experimentierfeld für Künstler wie Michael Larionow, Natalja Gontscharowa und Kazimir Malewitsch. Sie sahen sich als Impressionisten, bevor sie nach 1910 mit dem expressiven Rayonismus und dem ungegenständlichen Suprematismus die russische Avantgardekunst begründeten.

    Das Studium des Lichts in der Landschaft veränderte auch die Interieur-Darstellungen. Jetzt wurden Innenräume gemalt, die von Fensterdurchblicken und dem das Innere verlebendigenden, von außen einfallenden Licht bildwürdig wurden. Während die Interieurs französischer Maler wie Edgar Degas und Édouard Manet ohne Tageslicht auskamen, erkundeten russische Maler wie Stanislaw Shukowski und Valentin Serow die impressionistischen Lichtwirkungen im Innenraum. Auch dezidiert impressionistische Themen wie der Spaziergang durch ländliche Wiesen und Felder oder Blumen- und Fruchtstillleben wurden von Künstlern wie Ilja Repin, Igor Grabar und Alexei von Jawlensky in die russische Kunst aufgenommen.

    Die Ausstellung thematisiert auch, auf welche Weise Maler wie Nicolas Tarkhoff oder David Burljuk aus der impressionistischen Praxis – vergleichbar den Neoimpressionisten in Frankreich und den Expressionisten in Deutschland – zu einer flächigen Malweise in ausdrucksstarben, leuchtenden Farben vordrangen.

    Schließlich widmet sie sich jenen Werken, die vor dem Ersten Weltkrieg in Moskau die impressionistische Lichtmalerei in die abstrakte Lichtmetaphorik der russischen Avantgarde transformierten.

    Am 14. November 2019 widmet sich das 11. Symposium des Museums Barberini den unterschiedlichsten Aspekten dieses Themas. Die Vorträge renommierter Experten wie Olga Atroshchenko, Staatliche Tretjakow Galerie Moskau; Rosalind Polly Blakesley, University of Cambridge; Maria Kokkori, The Art Institute of Chicago; Susanne Strätling, University of Potsdam; Irina Vakar, Staatliche Tretjakow Galerie Moskau; Tatiana Yudenkova, Staatliche Tretjakow Galerie Moskau werden im Ausstellungskatalog publiziert. Das Programm finden Sie unter www.museum-barberini.com.

    Das Museum Barberini hat mit der Sammlung Hasso Plattner einen Schwerpunkt im französischen Impressionismus. Eine von drei Ausstellungen im Jahr widmet sich daher dem Impressionismus aus internationaler Perspektive und in internationalen Kooperationen.

    Das Museum Frieder Burda mit seinem Sitz in Baden-Baden nahe an Frankreich hat sich seit jeher den deutsch-französischen Beziehungen verschrieben, dies war immer auch persönlicher Wunsch seines Gründers Frieder Burda. Bereits seit dem 19 Jahrhundert war Baden-Baden als Sommerfrische Sitz und Treffpunkt der europäischen Aristokratie, vor allem der russischen, der bald die Künstler und Schriftsteller folgten. Noch heute ist die Stadt im Schwarzwald eine beliebte Destination russischer Touristen.

    Die Ausstellung wird von 7. November 2020 bis zum 28. Februar 2021 im Museum Barberini in Potsdam und im Anschluss im Museum Frieder Burda in Baden-Baden gezeigt.

    Impressionismus in Russland
    7. November 2020 bis 28. Februar 2021
    Museum Barberini, Alter Markt, Humboldtstr. 5–6, 14467 Potsdam


    In Zusammenarbeit mit der Staatlichen Tretjakow-Galerie, Moskau, und dem Museum Frieder Burda, Baden-Baden.

  • 5. November 2019 | Pressemeldung
    Symposium Impressionismus in Russland. Aufbruch zur Avantgarde

    Donnerstag, 14. November 2019, 10–19 Uhr

    Zahlreiche Künstler in Russland ließen sich am Ende des 19. Jahrhunderts von der Malweise französischer Impressionisten anregen. Sie malten en plein air und spürten der Flüchtigkeit des Moments nach. Auch Maler wie Natalja Gontscharowa, Michail Larionow und Kasimir Malewitsch, die später die Avantgarde bildeten, entwickelten aus dem impressionistischen Studium des Lichts ihre neue Kunst. Das Symposium bereitet die Ausstellung vor, die vom 7. November 2020 bis zum 28. Februar 2021 im Museum Barberini zu sehen sein wird.

    In Zusammenarbeit mit der Staatlichen Tretjakow-Galerie, Moskau

    Programm:

    10:00
    Begrüßung
    Dr. Ortrud Westheider, Museum Barberini

    10:15
    Frankreich-Reisen. Russische Künstler im Land des Impressionismus
    Dr. Tatiana Yudenkova, Staatliche Tretjakow-Galerie
    Vortrag in russischer Sprache mit Übersetzung ins Deutsche

    11:15
    Realistische Impressionen oder impressionistische Realitäten. Rahmenbedingungen der russischen Kunst
    Prof. Dr. Rosalind Polly Blakesley, University of Cambridge
    Vortrag in englischer Sprache In English

    12:15
    Russischer Impressionismus. Ein neuer Blick
    Olga Atroshchenko, Staatliche Tretjakow-Galerie
    Vortrag in russischer Sprache mit Übersetzung ins Deutsche

    14:30
    Kraftfelder der Wahrnehmung. Wort- und Bildwelten um 1900
    Prof. Dr. Susanne Strätling, Universität Potsdam
    Vortrag in deutscher Sprache

    15:30
    Licht als Thema des Impressionismus in Russland
    Maria Kokkori, PhD, The Art Institute of Chicago
    Vortrag in englischer Sprache In English

    16:30 Kaffee-Pause

    17:00
    Impressionistische Traditionen in der russischen Avantgarde
    Irina Vakar, Staatliche Tretjakow-Galerie
    Vortrag in russischer Sprache mit Übersetzung ins Deutsche

    Museum Barberini
    Alter Markt
    Humboldtstr. 5–6
    14467 Potsdam

    Teilnahme € 10
    Freier Eintritt für Studierende

  • 24. Oktober 2019 | Pressemitteilung
    Van Gogh. Stillleben (26.10.2019–2.2.2020)

    Van Gogh. Stillleben
    26. Oktober 2019 bis 2. Februar 2020

    „Stillleben sind der Anfang von allem“, sagte Van Gogh im Winter 1884/85. Die Ausstellung Van Gogh. Stillleben untersucht den experimentellen und wegweisenden Charakter, den Vincent van Gogh (1853­–1890) seinen Stillleben beimaß. Jetzt wird erstmals die Bedeutung dieses Genres in seinem Werk gewürdigt. In Stillleben hat der Künstler Singularität errungen: Sie waren das geeignete Medium für sein Ringen um die Ausdruckskraft der Farbe. Van Goghs künstlerische Entwicklung zeigt sich im andauernden Experimentieren in den Stillleben. Hier hat er die Moderne vorgedacht, ohne auf die Bedeutung zu verzichten, die sie in der niederländischen Kunst seit dem 17. Jahrhundert hatten. So entstand eine emblematisch-existentielle Malerei, deren Energie bis heute ausstrahlt.

    Über 170 Stillleben hat Van Gogh in dem einen Jahrzehnt seines künstlerischen Schaffens von 1881 bis zu seinem Tod 1890 gemalt. Das Genre Stillleben bot ihm einen dankbaren Einstieg in die Malerei und wurde zu seinem Experimentierfeld zur Erprobung malerischer Mittel und Möglichkeiten. Seine Reaktion auf den Impressionismus, den Van Gogh in Paris zwischen 1886 und 1888 kennenlernte, zeigt sich in den Stillleben ebenso wie seine Verarbeitung von Einflüssen japanischer Farbholzschnitte. Gerade die Entwicklung zu einem immer freieren, intensiveren Umgang mit Farbe lässt sich anhand der Stillleben nachvollziehen.

    Die von Dr. Michael Philipp, Chefkurator des Museums Barberini, verantwortete Ausstellung Van Gogh. Stillleben zeigt die künstlerische Entwicklung des Malers anhand einer repräsentativen Auswahl von 27 Gemälden. Sie durchmisst das gesamte Œuvre des Künstlers von den in dunklen Erdtönen gehaltenen Studien des Frühwerks der Jahre 1881 bis 1885 bis zu den in leuchtenden Farben gemalten Obst- und Blumenstillleben, die in den letzten Lebensjahren in Arles, Saint-Rémy und Auvers entstanden sind.

    In Zusammenarbeit mit dem Kröller-Müller Museum, Otterlo, und dem Van Gogh Museum, Amsterdam. Unter der Schirmherrschaft des Botschafters des Königreichs der Niederlande in Deutschland, S. E. Wepke Kingma

    Kapitel der Ausstellung

    Die Ausstellung Van Gogh. Stillleben zeichnet die entscheidenden werkgeschichtlichen und biographischen Etappen des Malers nach und veranschaulicht anhand einer repräsentativen Auswahl von 27 Gemälden die Bedeutung, die die Stillleben für seinen künstlerischen Werdegang hatten.

    Den Haag und Nuenen, 1881–1885

    Vincent van Gogh war bereits 27 Jahre alt, als er sich im August 1880 der Kunst zuwandte. Nachdem er ein Jahr mit Zeichenübungen im Selbststudium verbracht hatte, begann er im Winter 1881 mit Ölmalerei. Unterricht erhielt er in Den Haag von seinem angeheirateten Cousin Anton Mauve, einem angesehenen Maler der Haager Schule. „Mauve hat mich gleich vor ein Stillleben aus einem Paar alter Klompen & anderen Gegenständen gesetzt & und so konnte ich mich an die Arbeit machen“, schrieb Van Gogh Anfang Dezember 1881 an seinen Bruder Theo. Stillleben boten einen dankbaren Einstieg in die Malerei. Zu den ersten Gemälden Van Goghs gehört Stillleben mit Kohl und Klompen. Anders als in der niederländischen Malerei des 17. Jahrhunderts, als Stillleben häufig der Darstellung von Pracht und Exotik oder der Vermittlung einer bestimmten Aussage durch Symbole dienten, verwendete Van Gogh einfache und alltägliche Dinge sowie ländliches Obst und Gemüse. Er beschränkte seine Palette auf wenige gedämpfte Farben, hauptsächlich unterschiedliche Brauntöne, teilweise mit Rot oder Grün gemischt. Ging es ihm zunächst um das räumliche Verhältnis der Dinge zueinander, um Form und Perspektive, so beschäftigte ihn bald der Einsatz von Farbe: Unter dem Eindruck der Bücher Les artistes de mon temps (1876) von Charles Blanc und Du dessin et de la couleur (1883) von Félix Bracquemond, das er mehrmals las, begann Van Gogh im Herbst 1885 mit Farbkontrasten und -nuancen als Gestaltungsmitteln zu experimentieren. Studien wie Stillleben mit Äpfeln und Kürbissen dienten, wie Van Gogh Ende September 1885 an seinen Bruder schrieb, dem „Modellieren mit verschiedenen Farben“.

    Auch die Naturliebe des Malers fand Ausdruck in seinen Stillleben. Van Gogh besaß eine Sammlung von Nestern zahlreicher Vogelarten, die er – ebenso wie ausgestopfte Vögel – in seinem Atelier in Nuenen aufbewahrte. Das Motiv, zumeist mit Gelege, war in den niederländischen Stillleben des 17. und 18. Jahrhunderts weit verbreitet. Allerdings war es immer Teil eines größeren Arrangements aus Blumen in einer Vase, häufig auch mit unterschiedlichen Tieren. Erst Van Gogh zeigte ein Vogelnest als einzigen Gegenstand eines Gemäldes. Diese Bilder haben eine sinnbildliche Bedeutung. Wenige andere Motive könnten nachdrücklicher Nachkommenschaft und Geborgenheit symbolisieren. Dass zumindest letzterer Gedanke auch Van Gogh bei seinen Darstellungen der Vogelnester bewegte, zeigt ein Brief an seinen Bruder. Auf einer beigefügten Skizze eines einzelnen Vogelnests in einem Baum notierte er: „la nichée et les nids [die Brut und die Nester], die liegen mir am Herzen – vor allem die Menschennester, diese Hütten auf der Heide und ihre Bewohner“.

    Paris, 1886–1888

    Mit seinem Umzug nach Paris Ende Februar 1886 ließ Van Gogh die Niederlande und damit auch das von erdigen, dunklen Tönen bestimmte Kolorit und die Themen aus der bäuerlichen Lebenswelt hinter sich. Innerhalb der zwei Jahre seines Aufenthaltes in der französischen Hauptstadt gelangte er zu einer helleren, reicheren Palette und einem individuellen Stil. Dieser künstlerische Durchbruch bereitete sich in seinen Blumenstillleben vor. Mehr als 30 davon schuf Van Gogh in seinem ersten Pariser Sommer. Diese Motive gaben ihm auch die Möglichkeit, im großstädtischen Umfeld seine Verbundenheit mit der Natur aufrechtzuerhalten. Anregungen erhielt Van Gogh von den Blumenstillleben zeitgenössischer Maler, deren Werke er in Paris erstmals sah. Der von ihm am meisten bewunderte war Adolphe Monticelli. Von ihm inspiriert experimentierte Van Gogh mit dunklen, farbigen Hintergründen und pastosem Farbauftrag.

    Paris war nicht nur das Zentrum des europäischen Kulturschaffens, sondern auch eine Metropole der Gartenkultur, in der sich die Leidenschaft für Blumen auf alle gesellschaftlichen Kreise erstreckte. Öffentliche Parks wie der Jardin du Luxembourg oder der Voyer d’Argenson im nahegelegenen Asnières waren bei den Parisern beliebt, und Van Gogh malte dort ebenso Ansichten wie von den damals noch bestehenden Gärten in Montmartre. Das Stillleben Rosen und Pfingstrosen könnte auf einen Impuls durch ein Blumenstillleben von Édouard Manet zurückgehen. Es entstand im Juni 1886, im selben Monat als Van Gogh Manets Pfingstrosen in einer Vase von 1864 sah. Noch zwei Jahre später schwärmte Van Gogh in einem Brief an seinen Bruder Theo von der freien Malweise „in vollem, solidem Impasto“ dieses Bildes.

    Wie die Impressionisten, deren achte Ausstellung im Mai 1886 er besuchte, las auch Van Gogh das Buch Grammaire des arts du dessin von Charles Blancs über das Gesetz der Simultankontraste. Es besagt, dass sich die Wirkung der auf dem Farbkreis gegenüberliegenden Farben gegenseitig verstärkt, wenn sie unmittelbar nebeneinander platziert sind. Blumen boten mit dem Kolorit ihrer Blüten einen natürlichen Fundus kräftiger Farben, die sich leicht und beliebig kombinieren ließen. Zum Eindruck impressionistischer Flüchtigkeit gesellt sich in Van Goghs Pariser Blumenstillleben bereits auch ein expressives Moment. Mit der Sichtbarkeit des Pinselstrichs ging es ihm auch um die künstlerische Handschrift.

    Ungewöhnlich ist das Format des Stilllebens mit Wiesenblumen und Rosen, das im Museum Barberini gezeigt wird: Mit einer Größe von 100 x 80 cm zählt diese Arbeit zu den größten Stillleben Van Goghs überhaupt – größer noch als seine Sonnenblumen. Es ist eine Huldigung an den Sommer und vielleicht auch ein traditionelles Memento mori als Mahnung an die Vergänglichkeit des Lebens, ist doch die üppige Farben- und Blütenpracht der Wiesenblumen nur von kurzer Dauer. Sicher aber dürfte ihn die signalhaft leuchtende Farbe interessiert haben. Claude Monet hatte dieser Blume in Landschaftsdarstellungen wie Mohnfeld (1873, Musée d’Orsay, Paris) kurz zuvor gehuldigt. Das Gemälde Vase mit Mohnblumen aus dem Wadsworth Atheneum in Hartford wurde erst jetzt nach umfangreichen Untersuchungen im Van Gogh Museum in Amsterdam als authentisches Werk Van Goghs bestimmt. Es wird hier erstmals nach dieser Zuschreibung ausgestellt und kann mit dem motivverwandten Stillleben mit Wiesenblumen und Rosen verglichen werden.

    Zu den wichtigsten künstlerischen Entdeckungen Van Goghs in Paris gehörten neben japanischen Farbholzschnitten die Werke der Impressionisten und Neoimpressionisten, die er im Frühsommer 1886 kennenlernte. Auch wenn er sich keiner dieser Richtungen zugehörig fühlte, bezog er wichtige Anregungen aus der Auseinandersetzung mit diesen aktuellen Strömungen. Mit Paul Signac, einem der Begründer des Pointillismus, war er im Frühjahr 1887 in Asnières zum Malen unterwegs, wo das erweiterte Stillleben Restaurant-Interieur entstand. Aus diesen pointillistischen Versuchen entwickelte Van Gogh seine markante, dynamische Pinselschrift aus langen, kräftigen, nebeneinandergesetzten Strichen, die zum Merkmal seines Stils wurde.

    Er begann, die Umgebung der Objekte in seinen Stillleben zu beleben. Zunächst nutzte Van Gogh die aufwendige Gestaltung einer Tapete im Hintergrund, um Komplementärkontraste von Rot und Grün, Blau und Orange zu setzen. Die Farbe ist bei Karaffe und Teller mit Zitrusfrüchten an vielen Stellen so dünn aufgetragen, dass die Leinwand noch durchscheint, was den zarten Eindruck des Bildes verstärkt. Das Volumen der Zitronen deutete Van Gogh mit feinen Schraffuren an, anstatt es aus der Farbe heraus zu modellieren. Bei den im Anschluss entstandenen Obst-Stillleben wird der Untergrund, der die locker verstreuten Objekte trägt, durch die gegeneinandergesetzten Schraffuren optisch zum Pulsieren gebracht. In Trauben, Zitronen, Birnen und Äpfel autonomisierte Van Gogh den Bildraum, indem er auf die illusionistische Dreidimensionalität verzichtete.

    Auch in Paris dachte Van Gogh an emblematische Deutungsmöglichkeiten und übertrug sie in die Moderne. Die ungewöhnliche Kombination der Gegenstände auf dem Stillleben mit Gipsstatuette, aber auch die deutlich lesbaren Buchtitel weisen darauf hin, dass Van Gogh eine symbolische Aussage treffen wollte. In den Romanen Germinie Lacerteux (1864) der Brüder Edmond und Jules de Goncourt und Bel-Ami (1885) von Guy de Maupassant, Schlüsselwerken des literarischen Naturalismus, geht es um Verderben oder Erfolg bei Liebschaften. Auch die Statuette der Venus und die ihr als Attribut seit der Antike zugeordnete Rose weisen auf das Thema Liebe.

    Arles, 1888–1889

    Nach seiner Ankunft in Arles im Februar 1888 beschäftigte sich Van Gogh, fasziniert vom südlichen Frühling der Provence, mit Landschaftsdarstellungen. In wenigen Stillleben trieb er seine formalen Experimente mit Farbe und Faktur weiter voran. Sein langjähriges Bestreben, ein Gemälde nur in gelben Farben zu gestalten, verwirklichte er in den Sonnenblumen.

    Vincent van Goghs Sonnenblumen sind die berühmtesten Stillleben der Kunstgeschichte. Er malte im August 1888 vier Versionen, im Januar des folgenden Jahres drei weitere. Die erhaltenen Fassungen befinden sich heute im Van Gogh Museum in Amsterdam, in der National Gallery in London, in der Neuen Pinakothek der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen in München, im Philadelphia Museum of Art, im Sompo Japan Nipponkoa Museum of Art in Tokio sowie in einer Privatsammlung – kein Museum wird diese Ikonen der Malerei jemals auf Reisen schicken.

    Die Ausstellung Van Gogh. Stillleben präsentiert mehrere Werke aus dem unmittelbaren Kontext der Stillleben mit Sonnenblumen. Darunter das Stillleben Korb mit Zitronen und Flasche, das als Experiment in monochromer Malerei gilt – ein von Van Gogh lange angestrebtes Verfahren. Die Fläche der Tischdecke, die Struktur des Korbes und der Körper der Zitronen sind mit verschiedenen Gelbabstufungen formuliert. Die Sonnenblumen bereitete auch die gleichzeitig entstandene Vase mit Zinnien vor. Wie in zahlreichen Blumenstillleben aus seinem ersten Sommer in Paris präsentierte Van Gogh den Blumenstrauß vor einem monochromen, tiefdunklen Hintergrund, der die hellen Farben der Blüten zum Leuchten bringt. Die Kompaktheit der Blüten und die unmittelbare Nahsicht verleihen dem Strauß etwas Monumentales. Das Kompositionsschema entspricht dem der Sonnenblumen.

    Van Gogh ging es nicht nur um die Wiedergabe der Dinge, sondern darum „der Natur und den Gegenständen Leidenschaft zu verleihen“ (Antonin Artaud). Er wählte mehrfach Objekte aus, die stellvertretend für den Künstler stehen und von seiner Identifikation mit den Bildern zeugen. Auch das Stillleben mit einem Teller Zwiebeln gehört zum Kontext der Stillleben mit Sonnenblumen. In diesem verdeckten Selbstportrait schilderte Van Gogh seine Situation im Januar 1889. Das Gemälde entstand kurz nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus in Arles. Dort hatte er zwei Wochen verbracht, nachdem er sich nach einem Streit mit Paul Gauguin einen Teil seines linken Ohrs abgeschnitten hatte. Das Stillleben ist künstlerische Bestandsaufnahme und Dokument ungebrochenen Arbeitswillens. Sofort nach seiner Rückkehr aus dem Hospital wollte Van Gogh wieder mit der künstlerischen Arbeit anfangen; seinem Bruder schrieb er, mit Stillleben beginnen zu wollen, um sich wieder an das Malen zu gewöhnen. Die brennende Kerze in diesem Stillleben erinnert an Paul Gauguin, dessen drohende Abreise im Dezember 1888 die gemeinsame Zeit und den Traum einer Künstlergemeinschaft nach nur zwei Monaten beendet und Van Gogh in eine schwere psychische Krise gestürzt hatte. In dem Stillleben Gauguins Stuhl (National Gallery, London) hatte Van Gogh im November 1888 auf der Sitzfläche diese brennende Kerze stellvertretend für den befreundeten Maler gezeigt. Pfeife und Tabak stehen für Van Gogh selbst. Auf Van Goghs Stuhl (Van Gogh Museum, Amsterdam), dem Pendant zu Gauguins Stuhl, hatte er diese Pfeife und den offenen Tabak gemalt. Jenes Stillleben zeigte im Hintergrund auch einige Zwiebeln in einer Holzkiste, auf der er seine Signatur angebracht hatte. So dürfte Van Gogh auch mit den Zwiebeln im Mittelpunkt des Gemäldes sich selbst gemeint haben. Zwiebeln werden mit Tränen und Schärfe verbunden werden, dessen hier ausgreifende grüne Triebe können aber auch für Wachstum und Selbstentfaltung stehen.

    Das Stillleben mit Orangen, Zitronen und blauen Handschuhen entstand wenige Tage später, unmittelbar vor den Wiederholungen der Sonnenblumen für Paul Gauguin. Vielleicht sind die abgelegten Handschuhe nicht nur ein der kalten Jahreszeit geschuldetes Accessoire, sondern auch Ausdruck von Schutzbedürfnis und Verletzlichkeit. Jedenfalls hat Van Gogh mit seiner deutlich sichtbaren, am Stulpeneingang platzierten Signatur die persönliche Bedeutung dieses Kleidungsstücks herausgestellt. Nur wenige Monate nach Fertigstellung des Gemäldes ließ sich Van Gogh in die psychiatrische Klinik in Saint-Rémy-de-Provence aufnehmen.

    Saint-Rémy, 1889/90

    Das Stillleben mit Lederpantoffeln entstand in der Abgeschiedenheit der Klinik in Saint-Rémy-de-Provence, in der Van Gogh innerhalb eines Jahres rund 140 Gemälde schuf – darunter fast keine Stillleben. Dieses Gemälde hat daher eine besondere Bedeutung: Dem für ein Stillleben ungewöhnlichen Motiv hatte sich Van Gogh schon 1881 in Den Haag mit landestypischen Klompen gewidmet, um es in Paris in den Jahren 1886/87 mit aufgereihten Stiefeln und im August 1888 in Arles mit dem Stillleben Schuhe (Metropolitan Museum of Art, New York) zu entwickeln. Während des Aufenthalts in der psychiatrischen Klinik Saint-Paul-de-Mausole nahm er das Thema erneut auf. Nun symbolisiert es Aufbruchsstimmung: Die dem Betrachter zugewandte offene Seite lädt dazu ein, in die Schuhe zu schlüpfen und loszulaufen.

    Auvers, 1890

    Nach einjährigem Klinikaufenthalt in Saint-Rémy zog Van Gogh im Mai 1890 nach Auvers-sur-Oise bei Paris. Dort müssen die blühenden Kastanien, stärkster Ausdruck der Lebenskraft des Frühlings, dem für Natureindrücke empfänglichen Van Gogh ein Gefühl der Vitalität vermittelt haben. Innerhalb von nur zwei Monaten bis zu seinem Tod am 29. Juli schuf er knapp 80 Gemälde, darunter zehn Stillleben. Die Ideen der Impressionisten, die eine Auflösung der Formen angestrebt hatten, hatte Van Gogh in diesen Bildern hinter sich gelassen. Der Maler schrieb am 3. Juni 1890 an seinen Bruder: „Und ich hoffe auch, dass das weitergeht, dass ich mich meines Pinsels viel sicherer fühle als bevor ich nach Arles ging“. Von diesem Selbstbewusstsein zeugt das Gemälde Blühende Kastanienzweige. Es ist das größte von Van Goghs späten Stillleben und zugleich sein expressivstes überhaupt. Er malte in den leuchtenden Farben weiter, wie er sie im Süden Frankreichs gesteigert hatte. Van Gogh belebte das vermeintlich statische Genre des Stilllebens, als seien die Emotionen des Malers den dargestellten Dingen eingeschrieben.

    www.museum-barberini.com/van-gogh

    Zeitgleich zur Ausstellung Van Gogh. Stillleben zeigt das Städel Museum in Frankfurt am Main die groß angelegte Ausstellung Making Van Gogh. Geschichte einer deutschen Liebe. Mit insgesamt 70 Gemälden in beiden Ausstellungen sind so viele Werke Van Goghs in Deutschland zu sehen wie bislang nur 1914 in der wegweisenden Retrospektive der Berliner Galerie Paul Cassirer.

  • 26. Juli 2019 | Pressemitteilung
    Symposium Reviving the Archive: Material Records in the Digital Age

    Symposium Reviving the Archive: Material Records in the Digital Age
    Donnerstag, 19. September 2019, 10 bis 19 Uhr, Museum Barberini, Potsdam

    Archive bewahren das kollektive Gedächtnis und sind für die Zukunft der kunstgeschichtlichen Forschung unverzichtbar. Der Zugang zu archivierten Informationen ist von zentraler Bedeutung für Restitutions- und Provenienzrecherchen, die Erhaltung des Kulturbesitzes und die Betreuung von Künstlernachlässen. Nachdem 1998 in den USA die Presidential Advisory Commission on Holocaust Assets ins Leben gerufen wurde, war diese Thematik bereits Gegenstand etlicher Tagungen. Angesichts der steigenden Nachfrage nach Informationen im digitalen Zeitalter müssen die Archivdepots in Europa sich jedoch grundsätzlich mit der Frage auseinandersetzen, wie sie ihr Material künftig erschließen können. Durch Digitalisierung lassen sich archivierte Informationen heute weltweit systematisieren und vernetzen, sodass Wissenschaftler und Forscher leichter auf dringend benötigtes Material zugreifen können.

    Diese internationale Konferenz stellt beispielhafte archivalische Neuentdeckungen vor, rückt unzureichend genutzte Archive in den Blick, stellt die Konzentration von Archiven als prioritäre Aufgabe heraus und zeigt auf, welche Ressourcen Archiveigentümern heute zur Verfügung stehen.

    Mit:
    Dr. Ortrud Westheider, Museum Barberini
    Elizabeth Gorayeb, The Wildenstein Plattner Institute, New York
    Dr. Meike Hoffmann, Mosse Art Research Initiative, Freie Universität Berlin
    Agnes Peresztegi, Attorney, Looted Art Litigation, New York and Paris
    Dr. Victoria Noel-Johnson, Scholar and Historian, Rome
    Walter Feilchenfeldt, Dealer, Curator, and Scholar, Zurich
    Vivian Endicott Barnett, Curator and Scholar, New York
    Dr. Nadine Oberste-Hetbleck, Kunsthistorisches Institut, University of Cologne with
    Dr. Günter Herzog, Head of Archives, ZADIK, Cologne
    Jane Bramwell, Head of Library and Archive, Tate, London
    France Nerlich, Director, Département des études et de la recherche, INHA, Paris with
    Sophie Derrot, Curator, Service du Patrimoine, INHA, Paris
    Prof. Dr. Chris Stolwijk, General Director, RKD – Netherlands Institute for Art History, The Hague
    Christina Bartosh, PhD Candidate, University of Vienna
    Martin Lorenz, Director of Technology, Wildenstein Plattner Institute, Berlin
    Prof. Dr. Christoph Meinel, President & CEO, Hasso Plattner Institute, Potsdam
    Christian Bartz, Chair of Internet Technologies & Systems, Hasso Plattner Institute, Potsdam
    Prof. Dr. Ralf Krestel, Head of Web Science Research Group, Hasso Plattner Institute, Potsdam

    Die Panels und Diskussionen finden in englischer Sprache statt.

  • 11. Juli 2019 | Pressemitteilung
    Wege des Barock. Die Nationalgalerien Barberini Corsini in Rom

    Das Museum Barberini zeigt vom 13. Juli bis 6. Oktober 2019 mit Wege des Barock. Die Nationalgalerien Barberini Corsini in Rom seine erste Ausstellung im Bereich der Alten Meister. 54 Meisterwerke aus dem Palazzo Barberini und der Galleria Corsini sind zu Gast in Potsdam, darunter eines der frühen Werke Caravaggios, sein 1597–1599 entstandenes Gemälde Narziss. Die Schau zeichnet die von Caravaggio ausgehende Entstehung der römischen Barockmalerei nach und folgt ihrer Ausstrahlung nach Europa und der Entwicklung nördlich der Alpen ebenso wie in Neapel. Die Ausstellung schlägt den Bogen von den Barberini als Förderer der Künste bis zur Italiensehnsucht der preußischen Könige.

    Das Barberini im Barberini

    54 Meisterwerke aus dem Palazzo Barberini und der Galleria Corsini sind für Wege des Barock zu Gast in Potsdam. Der Palazzo Barberini, das architektonische Vorbild für das Palais Barberini in Potsdam, verfügt über eine der wichtigsten Sammlungen römischer Barockmalerei weltweit. Zusammen mit der Galleria Corsini beherbergt er die italienischen Nationalgalerien. Ortrud Westheider, Direktorin des Museums Barberini: „Es ist eine große Ehre und auch Anerkennung des noch jungen Museums Barberini, mit den traditionsreichen Nationalgalerien kooperieren zu können. Es war von Anfang an unser Wunsch, mit der Sammlung unserer Namensschwester eine Ausstellung zu realisieren. „Flaminia Gennari Santori, Direktorin der italienischen National­galerien Barberini Corsini in Rom: „Wir freuen uns, dass wir unser Museum und einen Teil seiner Sammlung gerade in Potsdam vorstellen können, einer Stadt mit so zahlreichen Anknüpfungspunkten an die Kunst und Architektur Roms.“

    Pietro da Cortonas monumentales Deckenbild aus dem Gran Salone des Palazzo Barberini empfängt die Besucher der Potsdamer Ausstellung in Form einer Deckenprojektion. Das berühmte Fresko spiegelt den Machtanspruch einer der bedeutendsten Familien im Rom des 17. Jahrhunderts wider: Tugenden flankieren die Allegorie der göttlichen Vorsehung und präsentieren die Papst-Tiara und die Schlüssel Petri. Auftraggeber war der literarisch gebildete Maffeo Barberini, der sich bereits als junger Mann von Caravaggio portraitieren ließ. Schon vor seiner Wahl zum Papst hatte er in Rom einen Kreis von Schriftstellern und Wissenschaftlern um sich geschart und begonnen, eine Kunstsammlung aufzubauen. Als er 1623 zum Papst Urban VIII. gewählt wurde, entwickelte er sich zu einem der wichtigsten Kunstförderer und machte Rom zur Hauptstadt des Barock. Unter seinem Pontifikat wurde der Petersdom fertiggestellt und geweiht. Straßen und Plätze entstanden, die das Gesicht der Stadt bis heute prägen. Im Dreißigjährigen Krieg (1618–1848) unterstützte Urban VIII. keine der Streitmächte und hielt an seinem Ziel fest, in seinem Jahrhundert eine kulturelle Blüte in Malerei, Architektur, Literatur und Musik zu initiieren, die den Vergleich mit der Renaissance nicht scheuen sollte. Dennoch blieb sein Pontifikat eine Zeit anhaltender Gewalt durch die in der Gegenreformation begründete Inquisition. So musste der mit Urban VIII. befreundete Galileo Galilei seine Lehren widerrufen.

    Caravaggios Gemälde Narziss

    Mit seiner Konzentration auf den entscheidenden Moment einer Erzählung stieß Michelangelo Merisi da Caravaggio eine neue Kunst an. Mit seinen Hell-Dunkel-Effekten brach der Künstler mit bisherigen Normen und wurde zu einem der Begründer der Barockmalerei. Sein Werk spaltete die Geister. Während seine Anhänger ihn für den mutigen Stil feierten, sahen seine Feinde in ihm einen respektlosen Anarchisten, der die althergebrachten Werte der Malerei zerstören wollte. Eines der frühen Werke Caravaggios, sein 1597–1599 entstandenes Gemälde Narziss, kommt als einer der vielen herausragenden Leihgaben aus Rom nach Potsdam.Ortrud Westheider: „Caravaggio zeigt einen jungen Mann beim Anblick seines Spiegelbildes – Narziss, dem seine Selbstliebe zum Verhängnis wurde. Das Gemälde ist berühmt für seine Fokussierung auf den dramatischen Wendepunkt. Seine Modernität, mit der das Abbild, auch die Möglichkeiten der Malerei, reflektiert wurden, fasziniert bis heute.“

    Gewalt und Erlösung. Caravaggio und sein Kreis

    Caravaggios Realismus traf in der Zeit von Gegenreformation und Religionskriegen einen Nerv. Der Kampf gegen den als Häresie verdammten Protestantismus brachte eine neue Frömmigkeit hervor, wie sie in Orazio Gentileschis Gemälde Der heilige Franziskus, von einem Engel gehalten (um 1612) zu erkennen ist. Bei aller Glaubensmystik zeugen die Bilder wie etwa Giovanni Bagliones Himmlische und irdische Liebe(vor 1603) aber auch von der Gewalttätigkeit dieser Epoche und von einem neuen Selbstbewusstsein der Künstler, mit dem diese auf die Spannungen innerhalb des kunstsinnigen und zugleich streng klerikalen Rom reagierten.

    Wie Caravaggio studierten die Künstler in seinem Kreis Modelle, die aus den ärmsten Vierteln Roms kamen. Den monumentalen Altarbildern und Heiligenlegenden verlieh diese Praxis eine neue Eindringlichkeit. Andachtsbilder wurden verlebendigt und in Alltagsszenen umgedeutet. So malte Carlo Saraceni, ein weiterer Weggefährte Caravaggios, mit Madonna mit Kind und die heilige Anna (um 1611) ein unglückliches Jesuskind inmitten einer häuslichen Szene.

    Dramen der Halbwelt. Die Caravaggisten in Neapel

    Wegen seiner Teilnahme an einem Straßenkampf mit tödlichem Ausgang musste Caravaggio ins Spanische Königreich Neapel fliehen. Mit seiner Malweise inspirierte er die dortigen Künstler. Luca Giordano und Battistello Caracciolo griffen seine nahsichtige Darstellung und Monumentalisierung der Figuren auf und experimentierten mit schlaglichtartiger Beleuchtung. Sie aktualisierten die Geschichten antiker Philosophen und christlicher Heiliger, indem sie wie Caravaggio das historische Geschehen wie auf einer Bühne zeigten. Jusepe de Ribera hat in Venus und der sterbende Adonis (1637) den dramatischen Moment gewählt, in dem Aphrodite ihren sterbenden Gefährten erblickt. Der aus Spanien stammende Maler hatte Caravaggios Werke 1615 in Rom gesehen. Er bewunderte die Dramatik in dessen Arbeit und die Darstellung der oft implizierten Gewalt.

    Licht und Schatten. Caravaggismus in Nordeuropa

    Künstler aus Flandern und Frankreich brachten ihre Maltraditionen nach Rom und schöpften aus dem hier von Raffael und Michelangelo geprägten, von antiken Vorbildern ausgehenden Stil. Von Caravaggio und seinem Kreis übernahmen Simon Vouet und Matthias Stom die effektvoll beleuchteten Interieurs und nächtlichen Szenen und machten Licht und Schatten – häufig in der Bedeutung von Gut und Böse – zu dem auch in ihren Heimatländern beliebten Spezialgebiet. Auch Michael Sweerts Der Künstler bei der Arbeit (Mitte 17. Jh.) zeigt sich in der Tradition der Helldunkelmalerei und spiegelt zugleich die Kontroverse um den Stil der beiden inzwischen verstorbenen Meister Caravaggio und Guido Reni. Sollte die Kunst, wie Caravaggio behauptete, die Wirklichkeit abbilden? Oder sollte sie sich, wie es Reni vertrat, an antiken Vorbildern orientieren? Der Künstler Sweerts spielt mit den entgegengesetzten Standpunkten und setzte sich so über die Dogmen der Generationen vor ihm hinweg.

    Allegorien der Künste. Vorlieben deutscher Sammler

    Für die europäische Aristokratie war die Bildungsreise nach Italien obligatorisch. Die Begegnung mit antiken Kunst- und Bauwerken stand im Vordergrund. Im 18. Jahrhundert gewannen die Kunstsammlungen in den Palästen der römischen Familien, wie der Barberini, zunehmend an Bedeutung. Für deutsche Fürsten wurden sie zum Vorbild des eigenen Sammelns. Sie orientierten sich an Kunstwerken, die sich auf die Antike bezogen, und bevorzugten allegorische Darstellungen der Künste, wie sie in Rom von Simon Vouet, Salvator Rosa und Prospero Muti geprägt wurden. Simon Vouets weibliche Figur mit Farbpalette und Pinsel in Allegorie der Malerei (Selbstportrait) (frühe 1620er Jahre) trägt vermutlich die Gesichtszüge Artemisia Gentileschis, der berühmtesten Malerin ihrer Epoche. Sie ist mit zwei Werken aus der Sammlung der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg in der Ausstellung vertreten.

    Galerie der Unvernunft. Die italienischen Barockgemälde im Potsdamer Neuen Palais

    Als Leihgabe der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg verlassen die zwei Gemälde Bathseba im Bade (um 1635) und Lukretia und Sextus Tarquinius (um 1630) seit 250 Jahren erstmals das Neue Palais in Potsdam und zeigen beispielhaft den Einfluss des römischen Barock auf deutsche Sammlungen. Als der preußische König Friedrich II. die Gemälde für das Neue Palais erwarb, wusste er nicht, dass sie von einer Frau gemalt worden waren. Er ließ 1769 eine italienische Galerie mit Werken von Giordano Bruni, Guido Reni und den heute Gentileschi zugeschriebenen Gemälden einrichten. Mit biblischen und mythologischen Themen nimmt sie die unheilvollen Folgen männlicher Begierde in den Fokus. Der preußische König, der sich mit Schloss Sanssouci, Ruinenberg und Palais Barberini imperialer wie bukolischer Vorbilder bediente, konfrontierte seinen späteren Nachfolger Friedrich Wilhelm II. fortan mit dieser „Galerie der Unvernunft“.

    Palazzo Barberini: Das architektonische Vorbild für das Museum Barberini in Potsdam

    Das Museum Barberini wurde nach dem Palais Barberini benannt, das Friedrich der Große am Alten Markt in Potsdam bauen ließ. Im Zweiten Weltkrieg zerstört, wurde es in den Jahren 2013 bis 2016 von der Hasso Plattner Stiftung als moderner Museumsbau an originaler Stelle wiedererrichtet. Der preußische König Friedrich der Große hatte sich eine italienische Piazza für Potsdam gewünscht und sich an einem Kupferstich Piranesis orientiert, der den Palazzo Barberini in Rom zeigt. Mit diesem Bezug auf den Kunst-Papst Urban VIII. brachte der Preußen-König seinen Anspruch zum Ausdruck, ebenfalls ein großer Sammler und Kenner der Kunst zu sein. Im Auftrag von Friedrich II. und seines Nachfolgers Friedrich Wilhelm IV. wurden zahlreiche Gebäude nach italienischen Vorbildern in Potsdam errichtet.
    Das Museum Barberini als Ausgangspunkt für eine Entdeckungstour durch Italien in Potsdam

    Anlässlich der Ausstellung Wege des Barocklädt das Museum Barberini dazu ein, die italienischen Einflüsse im Stadtbild Potsdams zu entdecken. Als Stadtrundgang führt die Audiotour Italien in Potsdamder Barberini App zu insgesamt 30 Gebäuden und Kunstwerken, die im 18. und 19. Jahrhundert nach italienischen Vorbildern entstanden sind. Die Stadttour – gesprochen von Günther Jauch – begleitet durch die Stadt und ermöglicht einen verblüffenden visuellen Vergleichzwischen Potsdam und Italien.

    Italien in Potsdam. Jahresthema der Landeshauptstadt 2019

    Die Stiftung Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg und die Stadt Potsdam nehmen die Ausstellung zum Anlass, gemeinsam mit dem Museum Barberini den Sommer 2019 zu einer Feier italienischer Kunst und Kultur werden zu lassen. Bei Führungen, Konzerten, Lesungen, Filmabenden, Schlössernacht und vielen weiteren Veranstaltungen zeigt sich Potsdam von seiner italienischen Seite. Mehr Informationen zum ThemenjahrItalien in Potsdam: www.potsdamtourismus.de/italien-in-potsdam.

  • 17. Juni 2019 | Pressemitteilung
    168.000 Besucher bei Picasso in Potsdam

    Gestern ging die große Picasso-Schau im Museum Barberini mit 168.300 Besuchern zu Ende. „Wir freuen uns sehr, dass wir so viele Besucher für die Ausstellung zum Spätwerk Picassos begeistern konnten. Die Picasso-Schau ist damit nach der Impressionismus-Ausstellung zur Eröffnung des Museums 2017 die erfolgreichste Ausstellung des Hauses bislang. Dies ist insbesondere erfreulich, weil wir mit 87 Tagen nur eine recht kurze Ausstellungszeit anbieten konnten, elf Tage weniger als die Gerhard Richter-Schau im vergangenen Jahr und sogar 25 Tage weniger als die Eröffnungsschau des Museums“, sagt Ortrud Westheider, Direktorin des Museums Barberini. “Wir danken Catherine Hutin, Tochter Jacqueline Picassos, die sich für Picasso. Das späte Werk. Aus der Sammlung Jacqueline Picasso von 136 Arbeiten trennte, die bis auf wenige Ausnahmen zum ersten Mal in Deutschland zu sehen waren“. Ausgewählt wurden die Werke der Potsdamer Schau von Bernardo Laniado-Romero, vormals Direktor der Picasso-Museen in Barcelona und Málaga, der als Gastkurator Konzept, Ausstellung und Katalog verantwortet.

    Vom 13. Juli bis 6. Oktober 2019 folgt die nächste Ausstellung, über 50 Meisterwerke aus den Nationalgalerien Barberini Corsini in Rom sind in der Schau Wege des Barock zu sehen, darunter eines der bedeutendsten Werke Caravaggios, sein 1597–1599 entstandenes Gemälde Narziss. Die letzte Ausstellung des Jahres, Van Gogh. Stillleben (26. Oktober 2019 bis 2. Februar 2020) ist die erste Schau zu diesem Thema. Sie analysiert anhand von über 25 Gemälden in einer konzentrierten Ausstellung die entscheidenden Etappen im Werk und Leben van Goghs. Die Barock-Ausstellung steht im Zentrum des Festivals Italien in Potsdam. Gemeinsam mit der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg lädt das Museum Barberini dazu ein, den Ausstellungsbesuch auf die italienisch inspirierte Architektur und Kunst in der Stadt und im Park Sanssouci auszuweiten – mit dem Audioguide der Barberini App, gesprochen von Günther Jauch.

  • 12. Juni 2019 | Vorankündigung
    Van Gogh. Stillleben

    Die Ausstellung Van Gogh. Stillleben ist die erste systematische Würdigung dieses zentralen Themas in einer Ausstellung. Von den rund 800 Gemälden, die Vincent van Gogh (1853-1890) während seines zehnjährigen künstlerischen Schaffens anfertigte, bilden die über 170 Stillleben etwa ein Fünftel. Umso erstaunlicher ist, dass sich bisher noch keine monographische Ausstellung der Gattung des Stilllebens bei Van Gogh gewidmet hat.

    Das Museum Barberini in Potsdam hat mit Ausstellungen zu Henri-Edmond Cross und Pablo Picasso eine Reihe begonnen, die Künstlerinnen und Künstlern der Moderne in Frankreich gewidmet ist. Mit einer spezifischen Fragestellung und international besetzten Symposien werden bisher nicht behandelte Aspekte ihres Schaffens beleuchtet. Im Herbst 2019 zeigt das Museum Barberini die erste Ausstellung zum Genre des Stilllebens im Werk Vincent Van Goghs. Die konzentrierte Auswahl von 27 Gemälden zeichnet die Entwicklung seiner Malerei von den erdigen Tönen und den einfachen Alltagsgegenständen des Frühwerks über die Blumenstillleben seiner Zeit in Paris bis zu den lichten, energiegeladenen Motiven des Südens.

    Seien es die ersten noch erhaltenen Gemälde, Stillleben mit Kohl und Holzschuhen (Van Gogh Museum, Amsterdam) – entstanden Ende 1881 in Den Haag – oder die farbstarken Blumenbilder aus seinen letzten Lebensmonaten 1890 in Auvers-sur-Oise, etwa Blühende Kastanienzweige (Sammlung Bührle, Zürich), hat sich der Künstler immer wieder dem Genre des Stilllebens gewidmet. Dies unternahm er auch, aber keineswegs nur, weil er etwa Blumengemälde für leichter verkäuflich hielt und sich dabei das Geld für Modelle sparen konnte, sondern vor allem, weil er in diesem Genre die malerischen Mittel und Möglichkeiten erprobte: von der Vergewisserung der nieder­ländischen Tradition des 17. Jahrhunderts – zunächst an Rembrandt, später an Jan Davidsz de Heem orientiert – über die Erfassung des Raums mit Licht und Schatten bis zum Experimentieren mit der Farbe. Mit der Wahl unspektakulärer Alltagsgegenstände löste sich Van Gogh um 1884 von der repräsentativen Tradition der niederländischen Stilllebenmalerei.

    Van Gogh. Stillleben thematisiert die künstlerischen Fragestellungen und vollzieht die entscheidenden werkgeschichtlichen und biographischen Etappen Vincent van Goghs nach. Seine Reaktion auf den Impressionismus, den er in Paris zwischen 1886 und 1888 kennenlernte, zeigt sich in den Stillleben ebenso wie seine Verarbeitung von Einflüssen japanischer Farbholzschnitte. Darüber hinaus sind viele dieser Werke mit persönlichen Bezügen symbolisch aufgeladen, von Stillleben mit Büchern bis zu den wiederholt gemalten Schuhen. Gerade die Entwicklung zu einem immer freieren, intensiveren Umgang mit Farbe, ein zentraler Moment seines Werks, lässt sich anhand der Stillleben rekonstruieren. Auch in seinen Briefen ging Van Gogh immer wieder auf die Bedeutung der Stillleben für die Entwicklung seines Œuvres ein, was die Bedeutung dieser Bildgattung für seine intensive Selbstreflexion belegt.

    Die Ausstellung im Museum Barberini entstand in Zusammenarbeit mit dem Kröller-Müller Museum in Otterlo und dem Van Gogh Museum Amsterdam und wird darüber hinaus von internationalen Leihgebern wie dem Art Institute of Chicago und der National Gallery of Art in Washington D.C. unterstützt.

    Zur Vorbereitung der Ausstellung veranstaltete das Museum Barberini am 5. Dezember 2018 ein internationales Symposium. Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Diskussion werden im Katalog zur Ausstellung veröffentlicht. Die Beiträge stammen von renommierten Van Gogh-Forschern wie Sjaar van Heugten, Stefan Koldehoff, Eliza Rathbone und Marije Vellekoop sowie von Oliver Tostmann, Michael Zimmermann und Michael Philipp, Chefkurator des Museums Barberini und Kurator der Ausstellung. Der Ausstellungskatalog erscheint als 9. Band in der Reihe der Publikationen des Museums Barberini in einer deutschsprachigen und einer englischsprachigen Ausgabe.

    Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft S.E. Wepke Kingsma, Botschafter des Königreichs der Niederlande in Deutschland.

  • 27. Mai 2019 | Pressemitteilung
    Eine Million Besucher im Museum Barberini

    Heute konnte das Museum Barberini den eine Millionsten Besucher im Haus begrüßen. Sarah Robinson, 40, aus London erhielt von Museumsdirektorin Ortrud Westheider aus diesem feierlichen Anlass ein ganz besonderes Geschenk: Ein Kurztrip in die Ewige Stadt Rom für zwei Personen, inklusive Flug, Übernachtung und – als Höhepunkt – einem Besuch des Palazzo Barberini, der für Friedrich II. im 18. Jahrhundert das architektonische Vorbild für das Palais Barberini in Potsdam war. Im Sommer sind die Barock-Meisterwerke des Palazzo Barberini, der heute die traditionsreichen Nationalgalerien von Italien beheimatet, im Museum Barberini im Rahmen der Ausstellung Wege des Barock zu Gast. Sarah Robinson wird die Barock-Werke nun persönlich vorab in Rom bewundern können.

    „Wir sind überwältigt von dem hohen Zuspruch unserer Besucher und der Begeisterung, mit der unser Haus, unsere Ausstellungen, Veranstaltungen, Führungen und digitalen Angebote angenommen werden“, sagt Ortrud Westheider, Direktorin des Museum Barberini. „Die Resonanz auf unsere bislang elf Schauen, sei es die Eröffnungsausstellung zum Impressionismus, Hinter der Maske. Künstler in der DDR oder die Gerhard Richter-Ausstellung, waren sowohl beim Publikum als auch bei den Medien hervorragend. Über 70.000 Barberini Friends-Jahreskarteninhaber besuchen uns regelmässig. Über 100.000 Nutzer verwenden die Barberini App mit Audioguides und redaktionell aufbereiteten Inhalten wie Expertenvideos und Podcasts. Und rund ein Drittel unserer Besucher nutzt zudem die App über die Leihgeräte im Museum.“

    Die Eröffnung des Museums Barberini 2017, eine Initiative des SAP-Mitbegründers Prof. Dr. h.c. mult. Hasso Plattner, gilt als erfolgreichster Start eines Kunstmuseums in Deutschland. Aktuell zeigt das Haus bis zum 16. Juni 2019 eine große Picasso-Schau mit über 130 Werken der bislang kaum öffentlich gezeigten Sammlung Jacqueline Picasso, dem Spätwerk des Malers. Vom 13. Juli bis 6. Oktober 2019 sind über 50 Meisterwerke aus den Nationalgalerien Barberini Corsini in Rom, darunter eines der bedeutendsten Werke Caravaggios, sein 1597–1599 entstandenes Gemälde Narziss, in der Schau Wege des Barock zu sehen. Die letzte Ausstellung des Jahres, Van Gogh. Stillleben (26. Oktober 2019 bis 2. Februar 2020) ist die erste Schau zu diesem Thema. Sie analysiert anhand von über 20 Gemälden die entscheidenden Etappen im Werk und Leben van Goghs. Im Frühjahr 2020 widmet das Museum Barberini dem französischen Impressionisten Claude Monet eine groß angelegte Retrospektive. Die Ausstellung versammelt rund 110 Gemälde aus sämtlichen Schaffensphasen des Malers. Zu den Höhepunkten zählen zahlreiche Gemälde von Monets Garten und Teich in Giverny bei Paris, darunter mehrere seiner weltberühmten Seerosenbilder.

  • 20. Mai 2019 | Pressemitteilung
    Symposium zur Ausstellung Rembrandts Orient. Westöstliche Begegnungen in der niederländischen Kunst

    Dank ihres enormen Handels mit Asien, Afrika und der Levante war die Stadt Amsterdam ein gewaltiges Warenhaus für Güter aus dem Nahen und Fernen Osten. Diese materiellen Objekte versahen niederländische Autoren und Verleger mit einem intellektuellen und historischen Fundament, das zu einem tieferen Verständnis des Orients beitrug. Rembrandt und andere Maler des Goldenen Zeitalters der Niederlande schöpften freimütig aus diesen Quellen und bereicherten ihr Werk um exotische Motive. Das Symposium untersucht die Beziehung niederländischer Künstler zu außereuropäischen Kulturen und hinterfragt ihren Blick auf den Orient. Das Symposium bereitet die Ausstellung vor, die vom 27. Juni bis 11. Oktober 2020 im Museum Barberini und vom 31. Oktober 2020 bis 14. Februar 2021 im Kunstmuseum Basel zu sehen sein wird.

    Mit
    Jan de Hond, Rijksmuseum Amsterdam
    Michael Philipp, Museum Barberini
    Gary Schwartz, Gastkurator der Ausstellung, Maarssen
    Erik Spaans, Kunsthistoriker, Amsterdam
    Arnoud Vrolijk, Kurator Universitätsbibliothek Leiden
    Roelof van Gelder, Historiker, Amsterdam

    Alle Vorträge werden auf Englisch gehalten.

    Donnerstag, 6. Juni 2019, 10–19 Uhr

Pressebilder

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