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Photo: David von Becker, © Museum Barberini
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Monet. Orte

22. Februar bis 19. Juli 2020

Für seine Landschaftsbilder suchte Claude Monet immer wieder die gleichen Orte auf oder fertigte an einer Stelle umfangreiche Serien an. So entstanden auf Reisen zahlreiche Gemälde an der Küste der Normandie, im niederländischen Zaandam oder in London und Venedig. Ihn interessierten nicht pittoreske Sehenswürdigkeiten, sondern Licht- und Wetterphänomene und ihre verschiedenen Auswirkungen auf diese Orte.

Auch an seinen Wohnorten wie Paris, Argenteuil, Vétheuil und Giverny gewann er der alltäglichen Umgebung Motive wie Parks, Gärten und Seerosen ab, mit denen er seine Auseinandersetzung mit Licht und Farbe weiter vorantrieb. In Zusammenarbeit mit dem Denver Art Museum, wo die Ausstellung unter dem Titel Claude Monet: The Truth of Nature vom 20. Oktober 2019 bis zum 2. Februar 2020 zu sehen war.

ARD Tagesschau: Bisher größte Monet-Ausstellung Deutschlands; Berliner Morgenpost: „Auf drei Etagen wird ein Bogen von Monets erster Komposition bis zu späten Darstellungen seines Landhauses und Wassergartens in Giverny gespannt“; Berliner Zeitung: ‪„Meditativ-schöne, intime Motive ... Zum Entzücken des Publikums und der Fachwelt spürt diese Bildversammlung jenen Orten nach, aus denen Monet seine Inspiration bezog“; BR5: „Die prachtvolle Schau macht das Werk im Wechsel der Farbtemperaturen erfahrbar“; Der Tagesspiegel: „Sensationell ... Wie bei den Vorgängerausstellungen im Barberini sortieren sich die Bilder eines schier tausendfach gezeigten Künstlers neu, wie man sie noch nicht gesehen hat. Wer bisher Claude Monets Werke nur diffus nach Frankreich verortete, seine London- und Venedig-Bilder davon gerade noch trennen, die Paris-Motive von den ländlicheren Szenarien unterscheiden konnte, wird jetzt topographisch kundig gemacht“; Deutschlandfunk: „Augenlust wird hier reichlich bedient“; Deutschlandfunk Kultur: „Magische Momente des Monsieur Monet“; Die Welt: Eine formidable Reise zu den Stationen, an denen der Maler lebte und arbeitete; ‪Frankfurter Rundschau: „Eine imposante Werkschau“; MOZ: ‪„Kurator Daniel Zamani ist eine großartige Schau gelungen … spektakulär … die Monet-Retrospektive ist eine Augenweide“; MAZ: „Mit einer enormen Spanne und großartiger Qualität zeigt das Museum Barberini eine Reise entlang der Orte, an denen der Impressionist Claude Monet gemalt hat“, rbb abendschau: „Monet verzaubert Potsdam: Das Museum Barberini sorgt schon wieder für einen weiteren Superlativ“; rbb inforadio: „Eine beeindruckende Werkschau“; rbb kulturradio: „Man sieht einen Maler mit vielen Facetten“, Süddeutsche Zeitung: „Ein Großereignis für die Sinne, eine visuelle Betörung“; SWR2: „Beeindruckend“; tip: „Der nächste Coup des Barberini“

Über die Ausstellung

Vom 22. Februar bis 19. Juli 2020 präsentiert das Museum Barberini die Ausstellung Monet. Orte. Die in Zusammenarbeit mit dem Denver Art Museum organisierte Werkschau ist eine der umfangreichsten Retrospektiven, die dem Künstler jemals an einem deutschen Museum gewidmet worden ist. Anhand von über 100 Arbeiten spürt sie den Orten nach, aus denen Monet Inspiration für seine impressionistische Freilichtmalerei bezog – von Paris und den Seine-Dörfern Argenteuil, Vétheuil und Giverny bis zu Reisezielen wie London oder Venedig. Großzügig auf drei Stockwerke verteilt versammelt die Schau zahlreiche Schlüsselwerke aus sämtlichen Schaffensphasen und ist die erste Ausstellung, die Monets künstlerischen Werdegang im Hinblick auf die Kategorien Ortswahl und Ortsbewusstsein in den Blick nimmt.

Claude Monet: Unter den Pappeln, 1887, Privatsammlung

Claude Monet: Unter den Pappeln, 1887, Privatsammlung

Vom 22. Februar bis 19. Juli 2020 präsentiert das Museum Barberini die Ausstellung Monet. Orte. Die in Zusammenarbeit mit dem Denver Art Museum organisierte Werkschau ist eine der umfangreichsten Retrospektiven, die dem Künstler jemals an einem deutschen Museum gewidmet worden ist. Anhand von über 100 Arbeiten spürt sie den Orten nach, aus denen Monet Inspiration für seine impressionistische Freilichtmalerei bezog – von Paris und den Seine-Dörfern Argenteuil, Vétheuil und Giverny bis zu Reisezielen wie London oder Venedig. Großzügig auf drei Stockwerke verteilt versammelt die Schau zahlreiche Schlüsselwerke aus sämtlichen Schaffensphasen und ist die erste Ausstellung, die Monets künstlerischen Werdegang im Hinblick auf die Kategorien Ortswahl und Ortsbewusstsein in den Blick nimmt.

Claude Monet: Unter den Pappeln, 1887, Privatsammlung

Claude Monet: Unter den Pappeln, 1887, Privatsammlung

Der Ort war für Claude Monet (1840–1926) von entscheidender Bedeutung. Hier traf das von Wetter, Jahres- und Tageszeiten abhängige Licht auf landschaftliche Gegebenheiten. Hier ging er dem flüchtigen Spiel atmosphärischer Phänomene nach – dem, was zwischen ihm und dem Motiv lag. Dabei machte er es sich nicht einfach: Immer wieder suchte er gezielt Topographien, deren motivische Umsetzung eine Herausforderung bedeutete, vom gleißenden Licht der Riviera bis zu der windgepeitschten Atlantikküste im Norden Frankreichs. Die Ausstellung Monet. Orte zeigt, welche Strategien der Künstler bei der Wahl seiner Wohnorte und Reiseziele verfolgte. Anhand von über 100 Exponaten bietet sie einen weitläufigen Überblick über sein gesamtes Schaffen, von seiner ersten dokumentieren Komposition bis zu den berühmten Seerosenbildern, die er in seinen letzten Schaffensjahrzehnten in seinem Garten in Giverny anfertigte.

Zwei übergeordnete Aspekte stehen im Zentrum des Projekts: zum einen Monets Auseinandersetzung mit dem jahrhundertealten Konzept des genius loci, also der Aura, die einem bestimmten Ort innewohnt; und zum anderen die situative Erforschung seiner Motive, die Monet ausnahmslos topographisch präzise umsetzte. Beide Anliegen waren eng mit seiner Hinwendung zur Freilichtmalerei verbunden, der es sich nicht wie damals üblich nur für vorbereitende Ölskizzen verschrieb, sondern auch für eigenständige Gemälde.

In seiner Korrespondenz sprach Monet immer wieder von seinem Bedürfnis, zunächst in eine Landschaft eintauchen, ein Gespür für eine bisher unbekannte Gegend entwickeln zu müssen, bevor er sie adäquat auf die Leinwand bannen konnte. So ging er bei der motivischen Umsetzung der von ihm dargestellten Orte stets zielgerichtet und methodisch vor. In den Prozess der Bildfindung ließ er eine gründliche gedankliche Vorarbeit miteinfließen, anders als das gängige Klischee seiner impressionistischen Malerei als ‚spontaner‘ Interaktion mit der Natur vermuten lässt. Dieses Ringen Monets um eine authentische Wiedergabe der Landschaft, das Festhalten der subjektiv empfundenen Impression war das sine qua non seiner malerischen Praxis. Entsprechend äußerte Monet in einem Brief von 1912: „Ich weiß nur, dass ich im Hinblick auf die Natur alles tue, was in meiner Macht steht, um wiederzugeben, was ich empfinde, und dass ich meistens, wenn ich versuche, das wiederzugeben, was ich fühle, die grundlegenden Regeln der Malerei, sollten sie überhaupt existieren, vollkommen vergesse.“

Während das Werk zahlreicher seiner Zeitgenossen untrennbar mit einer bestimmten Gegend assoziiert wurde, suchte Monet die verschiedensten Landschaften und Lichtstimmungen nicht nur in Frankreich, sondern auch darüber hinaus. Erleichtert wurde das Arbeiten an so unterschiedlichen Orten durch technische Erneuerungen wie die tragbare Kastenstaffelei sowie industriell produzierte Ölfarben in handlichen Blechtuben. Wichtiger noch war das nach 1850 rapide anwachsende Schienennetz, durch das sich der Aktionsradius französischer Landschaftsmaler signifikant erweitert hatte. Das 19. Jahrhundert war ein Zeitalter des Reisens und Monets Kunst spiegelt die neue Mobilität, die das Aufkommen der Eisenbahn mit sich brachte, eindringlich wider. Zahlreiche Orte, die er in seinen Gemälden darstellte, waren touristisch beliebte Ausflugsziele, die auch als Motive auf Postkarten oder Amateurphotographien weitläufig zirkulierten. Mit dieser Strategie wandte sich Monet an das aufstrebende Großstadtbürgertum, ein kaufkräftiges Klientel, das sich über Tourismus, Freizeit und Erholung definierte – allesamt Hauptthemen seiner der Moderne verpflichteten impressionistischen Malerei. Bei aller Motivtreue zielte er in seinen Arbeiten darauf ab, dem Betrachter sein Naturerlebnis erfahrbar zu machen. Spiegelt sich in seinem Wunsch nach einer subtilen Erfassung atmosphärischer Gegebenheiten der positivistische Geist des 19. Jahrhunderts, so vermittelt er in seinen Bildwerken doch stets seine subjektive Empfindung – was Monet mit dem Begriff der sensation bezeichnete. Die Bedeutung der Kategorie Ort zeigt sich bei Monet bereits an der Wahl seiner Titel, die häufig konkrete Ortsverweise beinhalten – wie etwa Blick auf Bordighera oder Felsen bei Port-Goulphar. Monet war sich bewusst, dass ein Ort als Identifikationsmerkmal und Markenzeichen dienen konnte und entsprechend darum bemüht, die Topographie seiner Gemälde unmittelbar kenntlich zu machen statt generische Titel wie Stadt am Meer oder Die schwarzen Klippen zu verwenden, wie es damals bei Salonbildern in der Regel der Fall war.

Den Ausgangspunkt der Ausstellung bilden die Sammlung Hasso Plattners, Stifter und Mäzen des Museums Barberini, sowie der Impressionismus-Bestand des Denver Art Museum. Ergänzt wird dieser umfangreiche Grundstock bedeutender Arbeiten durch Leihgaben aus zahlreichen internationalen Museums- und Privatsammlungen, darunter Schlüsselwerke aus dem Musée d’Orsay und dem Musée Marmottan Monet in Paris, der National Gallery in London, dem Museo Nacional Thyssen-Bornemisza in Madrid, dem Metropolitan Museum of Art in New York, der National Gallery of Art in Washington, D. C., dem Hammer Museum in Los Angeles sowie dem National Museum of Western Art in Tokio und der National Gallery of Australia in Canberra. Die mehr als 100 Exponate werden in einer thematisch nach Orten gegliederten Raumfolge präsentiert, die sich über alle drei Stockwerke des Museums erstreckt. Im Rundgang können Besucherinnen und Besucher Monets gesamte Werkentwicklung bis zu seinen späten Serienbildern mitverfolgen und zugleich den verschiedenen Orten nachspüren, aus denen er Inspiration für seine impressionistische Freilichtmalerei bezog – darunter auch sein aufwendig angelegter Wassergarten in Giverny, der zum exklusiven Fokus seiner letzten Schaffensjahre wurde.

Den End- und in mancherlei Hinsicht auch Höhepunkt der Retrospektive im Museum Barberini bildet ein Raum, der ganz Monets Garten in Giverny gewidmet ist. Als eigens für seine Freilichtmalerei angelegte Kulisse transzendierte er die Kategorie des natürlich vorgefundenen Orts in Monets Kunst. In seinen ikonischen Seerosenbildern, aber auch in seinen Darstellungen der Japanischen Brücke, bahnt sich ein freies Spiel von Farbe und Form den Weg, das ihn zu einem der wichtigsten Wegbereiter der abstrakten Malerei im frühen 20. Jahrhundert werden ließ. Monets Schaffen ist in der Forschung intensiv untersucht worden, aber der Fokus auf die Orte, die ihn inspirierten, eröffnet neue Einblicke in seine künstlerischen Interessen und Methoden. Die Ausstellung zeigt, wie wichtig ganz bestimmte Landschaften und Topographien an entscheidenden Wendepunkten seiner Karriere waren, und untersucht, wie und warum diese Orte die Entwicklung seiner Malerei beeinflusst haben.

Experteninterviews

Was faszinierte Monet an Paris, Venedig oder Bordighera? Warum zog es ihn für seine Malerei immer wieder an die Seine? Und welche Rolle spielte die Eisenbahn für die Entwicklung des Impressionismus? Dies und mehr erfahren Sie im Interview-Video mit Monet-Experten Angelica Daneo (Denver Art Museum), Christoph Heinrich (Denver Art Museum), Marianne Mathieu (Musée Marmottan Monet, Paris), James Rubin (Stony Brook University, New York), George Shackelford (Kimbell Art Museum, Fort Worth), Richard Thomson (University of Edinburgh), Paul Tucker (University of Massachusetts, Boston), Ortrud Westheider und Daniel Zamani (Museum Barberini, Potsdam).

Was faszinierte Monet an Paris, Venedig oder Bordighera? Warum zog es ihn für seine Malerei immer wieder an die Seine? Und welche Rolle spielte die Eisenbahn für die Entwicklung des Impressionismus? Dies und mehr erfahren Sie im Interview-Video mit Monet-Experten Angelica Daneo (Denver Art Museum), Christoph Heinrich (Denver Art Museum), Marianne Mathieu (Musée Marmottan Monet, Paris), James Rubin (Stony Brook University, New York), George Shackelford (Kimbell Art Museum, Fort Worth), Richard Thomson (University of Edinburgh), Paul Tucker (University of Massachusetts, Boston), Ortrud Westheider und Daniel Zamani (Museum Barberini, Potsdam).

Ausstellungsrundgang

Ein Rundgang mit Daniel Zamani, Kurator der Ausstellung Monet. Orte, und Andrea Schmidt, Museumspädagogin, Museum Barberini

Ein Rundgang mit Daniel Zamani, Kurator der Ausstellung Monet. Orte, und Andrea Schmidt, Museumspädagogin, Museum Barberini

Close-ups

Close-ups zur Ausstellung mit Ortrud Westheider, Direktorin des Museums Barberini, und Christoph Heinrich, Direktor des Denver Art Museums

Close-ups zur Ausstellung mit Ortrud Westheider, Direktorin des Museums Barberini, und Christoph Heinrich, Direktor des Denver Art Museums

Barberini Prolog – die Website zur Ausstellung

Als digitaler Streifzug durch die Ausstellung gibt der Prolog einen Überblick über die Erzählstränge, Themen und Werke der Schau.

Prolog

Museum Barberini © David von Becker

Museum Barberini © David von Becker

Museum Barberini © David von Becker

Museum Barberini © David von Becker

Museum Barberini © David von Becker

Museum Barberini © David von Becker

Museum Barberini © David von Becker

Museum Barberini © David von Becker

Als digitaler Streifzug durch die Ausstellung gibt der Prolog einen Überblick über die Erzählstränge, Themen und Werke der Schau.

Museum Barberini © David von Becker

Museum Barberini © David von Becker

Museum Barberini © David von Becker

Museum Barberini © David von Becker

Museum Barberini © David von Becker

Museum Barberini © David von Becker

Museum Barberini © David von Becker

Museum Barberini © David von Becker

Prolog

Ausstellungskatalog

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog, der Essays von einigen der bedeutendsten Forscherinnen und Forschern im Bereich des Impressionismus beinhaltet, darunter Marianne Mathieu, James H. Rubin, George T. M. Shackelford, Richard Thomson und Paul Hayes Tucker.

Hardcover, Pappband mit Schutzumschlag, 280 Seiten, 24,0 x 30,0 cm, 266 farbige Abbildungen, Prestel Verlag, München 2020, Ausgabe Museumsshop € 30 / Ausgabe Buchhandel € 39
ISBN: 978-3-7913-5869-7

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© Museum Barberini / Prestel 2020

© Museum Barberini / Prestel 2020

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog, der Essays von einigen der bedeutendsten Forscherinnen und Forschern im Bereich des Impressionismus beinhaltet, darunter Marianne Mathieu, James H. Rubin, George T. M. Shackelford, Richard Thomson und Paul Hayes Tucker.

Hardcover, Pappband mit Schutzumschlag, 280 Seiten, 24,0 x 30,0 cm, 266 farbige Abbildungen, Prestel Verlag, München 2020, Ausgabe Museumsshop € 30 / Ausgabe Buchhandel € 39
ISBN: 978-3-7913-5869-7

© Museum Barberini / Prestel 2020

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