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Claude Monet: Steilküste von Aval, 1885, Privatsammlung
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Monet. Orte

29. Februar 2020 bis 1. Juni 2020

Für seine Landschaftsbilder suchte Claude Monet immer wieder die gleichen Orte auf oder fertigte an einer Stelle umfangreiche Serien an. So entstanden auf Reisen zahlreiche Gemälde an der Küste der Normandie, im niederländischen Zaandam oder in London und Venedig. Ihn interessierten nicht pittoreske Sehenswürdigkeiten, sondern Licht- und Wetterphänomene und ihre verschiedenen Auswirkungen auf diese Orte.

Auch an seinen Wohnorten wie Paris, Argenteuil, Vétheuil und Giverny gewann er der alltäglichen Umgebung Motive wie Parks, Gärten und Seerosen ab, mit denen er seine Auseinandersetzung mit Licht und Farbe weiter vorantrieb. In Zusammenarbeit mit dem Denver Art Museum, wo die Ausstellung unter dem Titel Claude Monet: The Truth of Nature vom 20. Oktober 2019 bis zum 2. Februar 2020 zu sehen sein wird.

Claude Monet 1840-1926, Sous les peupliers, 1887, Unter den Pappeln / Under the Poplars, Öl auf Leinwand / Oil on canvas, 73 x 92 cm, Wildenstein 1136, Privatsammlung / Private Collection

Claude Monet 1840-1926, Sous les peupliers, 1887, Unter den Pappeln / Under the Poplars, Öl auf Leinwand / Oil on canvas, 73 x 92 cm, Wildenstein 1136, Privatsammlung / Private Collection

Hintergrund

Hintergrund
Monet. Orte

Vom 29. Februar bis zum 1. Juni 2020 widmet das Museum Barberini dem französischen Impressionisten Claude Monet (1840–1926) eine groß angelegte Retrospektive. Die Ausstellung Monet. Orte versammelt rund 110 Gemälde aus sämtlichen Schaffensphasen des Malers und erforscht seine Darstellungen von Orten und Landschaften, die die Entwicklung seines Stils mitbeeinflusst haben – von den Großstädten Paris und London sowie den Seine-Dörfern Argenteuil, Vétheuil und Giverny über die Küsten der Normandie und der Bretagne bis hin zu südlichen Reisezielen wie Bordighera, Antibes und Venedig. Zu den Höhepunkten der Ausstellung zählen zahlreiche Gemälde von Monets Garten und Teich in Giverny, darunter mehrere seiner weltberühmten Seerosenbilder.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts führte das Aufkommen des Impressionismus zu einer radikalen Veränderung der europäischen Landschaftsmalerei. Einer der einflussreichsten Vertreter der Bewegung war Claude Monet, dessen künstlerische Laufbahn mehr als sechs Jahrzehnte umfasste. Zeit seines Lebens galt Monets besonderes Interesse stimmungsvollen Naturdarstellungen, die von einer grenzenlos experimentierfreudigen Erforschung von Farbe, Schatten und Licht geprägt waren. Inspiriert von seinem künstlerischen Austausch mit Eugène Boudin und Johan Barthold Jongkind, radikalisierten seine frühen Landschaftsbilder die Praxis der Freiluftmalerei. Wie viele seiner impressionistischen Kollegen lehnte Monet das traditionelle Arbeiten im Atelier weitgehend ab und malte stattdessen in freier Natur und direkt vor dem Motiv. Dabei maß er der situativen Erkundung spezifischer Landschaften und Orte besondere Bedeutung zu, von der sonnendurchfluteten Riviera oder der rauen Meeresküste der Belle-Île in der Bretagne bis hin zu den malerischen Ufern der Seine. Im Zentrum seiner künstlerischen Praxis stand der Wunsch, flüchtige Natureindrücke zu erfassen, wobei er selbst den subtilsten Veränderungen atmosphärischer Effekte malerischen Ausdruck verleihen wollte. „Für mich existiert eine Landschaft niemals an und für sich, denn ihre Erscheinung verändert sich mit jedem Augenblick“, erklärte Monet 1891. „Aber sie wird lebendig durch ihre Umgebung, die Luft und das Licht, die sich ständig verändern. (…) Für mich ist es nur die Umgebung, die den Motiven ihren eigentlichen Wert verleiht.“

In Zusammenarbeit mit dem Denver Art Museum organisiert das Museum Barberini zurzeit eine umfangreiche Monet-Retrospektive, welche die Rolle der Orte erforscht, die den Maler inspirierten, sowie seine Herangehensweise an die Darstellung ihrer spezifischen Topographie und Lichtstimmungen. Von seiner ersten bekannten Komposition aus dem Jahr 1858 bis zu den späten Bildern seines Landhauses und Wassergartens in Giverny bietet die Ausstellung einen weitläufigen Überblick über sein gesamtes Schaffen und beleuchtet Monets herausragende Stellung innerhalb der französischen Avantgarde seiner Zeit. Somit greift die Werkschau auch Fragen auf, die bereits 2017 bei der Eröffnungsausstellung des Barberini verhandelt wurden, die unter dem Titel Impressionismus. Die Kunst der Landschaft mehr als 320.000 Besucherinnen und Besucher angezogen hat. Kurator Daniel Zamani erläutert: „Monets Schaffen ist in der kunsthistorischen Forschung intensiv untersucht worden, aber unser Fokus auf die Orte, die ihn inspirierten, eröffnet neue Einblicke in seine künstlerischen Interessen und Methoden. Wir wollen zeigen, wie wichtig bestimmte Landschaften an entscheidenden Wendepunkten von Monets Karriere waren, und genauer untersuchen, wie und warum diese Orte die Entwicklung seiner Malerei beeinflusst haben.“ Museumsdirektorin Ortrud Westheider ergänzt: „Monet war nicht nur einer der begnadetsten Landschaftsmaler des Impressionismus, sondern einer der radikalsten und fortschrittlichsten Künstler seiner Generation. Werke wie die ikonischen Bilder der Seerosen und des Teichs in Giverny weisen bereits den Weg hin zur Abstraktion und ziehen uns auch heute noch in den Bann durch ihre expressive Ausdruckskraft und visuelle Opulenz.“

In Potsdam umfasst die Retrospektive rund 110 Monet-Gemälde, darunter bedeutende Leihgaben aus dem Musée d’Orsay und dem Musée Marmottan in Paris, der National Gallery in London, dem Museo Nacional Thyssen-Bornemisza in Madrid, dem Metropolitan Museum of Art in New York, dem Van Gogh Museum in Amsterdam und der National Gallery of Art in Washington. Ergänzt werden diese Arbeiten durch zahlreiche Meisterwerke aus internationalen Privatsammlungen, die der Öffentlichkeit sonst nicht zugänglich sind, darunter mehrere Leihgaben aus der Sammlung Hasso Plattners, Gründer und Mäzen des Museums Barberini. „Als Sammler gilt Hasso Plattners Leidenschaft insbesondere impressionistischen Landschaftsbildern“, erklärt Ortrud Westheider. „Ich freue mich daher außerordentlich, dass er diese Ausstellung mit einem so großzügigen Konvolut an Leihgaben ermöglicht hat. Angesichts seiner engen persönlichen Verbindungen zu den USA und der dort fest verankerten Tradition des Mäzenatentums ist es eine wunderbare Konstellation, dass wir dieses ambitionierte Projekt in Kooperation mit dem Denver Art Museum realisieren können.“ Bis zum 17. Februar 2019 zeigt das Museum Barberini noch eine umfangreiche Retrospektive zum französischen Neoimpressionisten Henri-Edmond Cross, der Monet zutiefst bewunderte und in dessen Œuvre Landschaftsdarstellungen ebenfalls eine herausragende Rolle spielen.

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Zur Ausstellung erscheint im Prestel Verlag ein 280 Seiten starker Katalog mit Beiträgen u.a. von Marianne Mathieu, James Rubin, George Shackelford, Richard Thomson und Paul Tucker. Alle Katalogbeiträge wurden vorbereitet auf einem internationalen Monet-Symposium im Januar 2019 in Potsdam. Anbei finden Sie Interviews mit den Experten des Symposiums Christoph Heinrich, Marianne Mathieu, James Rubin, George Shackelford, Richard Thomson, Paul Tucker, Ortrud Westheider und Daniel Zamani.

Faszination Monet
Ortrud Westheider
Museum Barberini Potsdam

Über die Ausstellung Monet. Orte in Potsdam und die Zusammenarbeit mit dem Denver Art Museum.

Museum Barberini Potsdam

Über die Ausstellung Monet. Orte in Potsdam und die Zusammenarbeit mit dem Denver Art Museum.

Christoph Heinrich
Denver Art Museum

Über die Ausstellung Claude Monet: Truth of Nature und die Zusammenarbeit mit dem Museum Barberini.

Denver Art Museum

Über die Ausstellung Claude Monet: Truth of Nature und die Zusammenarbeit mit dem Museum Barberini.

Paul Tucker
University of Massachusetts, Boston

Warum wandte sich Monet seit der Mitte der 1860er Jahre von der realistischen Malerei ab? Was unterschied seine frühe impressionistische Malerei von späteren Werken?

Welche Bedeutung hatte die Stadt Argenteuil für Monet und die Entwicklung des Impressionismus?

University of Massachusetts, Boston

Warum wandte sich Monet seit der Mitte der 1860er Jahre von der realistischen Malerei ab? Was unterschied seine frühe impressionistische Malerei von späteren Werken?

Welche Bedeutung hatte die Stadt Argenteuil für Monet und die Entwicklung des Impressionismus?

Richard Thomson
The University of Edinburgh

Inwieweit hatte der Begriff der Tradition und Frankreich selbst eine Bedeutung in Monets Malerei?

The University of Edinburgh

Inwieweit hatte der Begriff der Tradition und Frankreich selbst eine Bedeutung in Monets Malerei?

George T.M. Shackelford
Kimbell Art Museum, Fort Worth

Über das Motiv der "Stadt" in Monets Gemälde: Wie hat er das urbane Leben dargestellt?

Was machte Monet zu seiner Zeit so radikal modern?

Kimbell Art Museum, Fort Worth

Über das Motiv der "Stadt" in Monets Gemälde: Wie hat er das urbane Leben dargestellt?

Was machte Monet zu seiner Zeit so radikal modern?

James H. Rubin
Stony Brook University, New York

Monet, Bergson, Proust: Wie standen diese drei Namen in Beziehung zueinander?

Wie wichtig waren serielle Arbeiten in Monets Malerei?

Stony Brook University, New York

Monet, Bergson, Proust: Wie standen diese drei Namen in Beziehung zueinander?

Wie wichtig waren serielle Arbeiten in Monets Malerei?

Angelica Daneo
Denver Art Museum

Monet unternahm verschiedene Reisen im Laufe seiner Karriere. Was hat ihn so am Süden fasziniert? Was waren seine Lieblingsmotive?

Wie können wir uns Monet als reisenden Künstler vorstellen?

Denver Art Museum

Monet unternahm verschiedene Reisen im Laufe seiner Karriere. Was hat ihn so am Süden fasziniert? Was waren seine Lieblingsmotive?

Wie können wir uns Monet als reisenden Künstler vorstellen?

Alexander Penn
Denver Art Museum

Wer waren Monets künstlerische Vorläufer? Welche Künstler hatten einen besonderen Einfluss auf ihn?

Was fasziniert Monet so sehr an "Wasser", dass er dieses Motiv im Laufe seiner Karriere immer wieder malt?

Monet malte auch immer wieder das Motiv "Schnee". Können Sie uns sagen, warum?

Denver Art Museum

Wer waren Monets künstlerische Vorläufer? Welche Künstler hatten einen besonderen Einfluss auf ihn?

Was fasziniert Monet so sehr an "Wasser", dass er dieses Motiv im Laufe seiner Karriere immer wieder malt?

Monet malte auch immer wieder das Motiv "Schnee". Können Sie uns sagen, warum?

Daniel Zamani
Museum Barberini Potsdam

Was versteht man in der Kunstgeschichte unter „Impressionismus“? Was zeichnet diese Malweise aus?

Wie hat sich die Freiluftmalerei entwickelt und welche Impulse gingen von Monet aus?

Welche Rolle spielte der Ort Giverny für Monet und seine künstlerische Entwicklung?

Museum Barberini Potsdam

Was versteht man in der Kunstgeschichte unter „Impressionismus“? Was zeichnet diese Malweise aus?

Wie hat sich die Freiluftmalerei entwickelt und welche Impulse gingen von Monet aus?

Welche Rolle spielte der Ort Giverny für Monet und seine künstlerische Entwicklung?