Gerhard Richter. Abstraktion

30. Juni – 21. Oktober 2018

Gerhard Richters Werk ist in großen Retrospektiven gewürdigt worden: 2002 widmete ihm das Museum of Modern Art, New York, eine Einzelausstellung. 2011 zeigten die Tate Modern, London, die Neue Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin und das Centre Pompidou, Paris, eine Präsentation, die im Titel Panorama schon den weiten Blick auf Richters Lebenswerk benannte. Wie diese Ausstellungen schlägt auch Gerhard Richter. Abstraktion im Museum Barberini den großen Bogen von den 1960er Jahren bis zu neuen Arbeiten. Sie widmet sich dabei erstmals einem für Richters Malerei zentralen Thema: den abstrakten Strategien und Verfahrensweisen im Gesamtwerk des Künstlers.

Die Schau geht von einem Werk der Sammlung des Museums Barberini aus und vereint über 90, zum Teil noch nicht ausgestellte Werke aus internationalen Museums- und Privatsammlungen. Sie zeigt Richters Entwicklung von den schwarzweißen Fotobildern und Farbtafeln über die Ausschnitte, die Grauen Bilder und Vermalungen bis zu den Abstrakten Bildern, wie Richter von den späten 1970er Jahren an seine Gemälde mit ihren Pinsel-, Rakel- und Spachtelspuren im Farbauftrag häufig betitelte. In der Variationsbreite unterschiedlichster Werkgruppen werden so Elemente erkennbar, die sich durch das gesamte Werk ziehen.

„Abstraktion ist ein roter Faden durch Richters Malerei. So sprunghaft und vielgestaltig sie manchen Zeitgenossen beim Wechsel zwischen verschiedenen Werkphasen erschien, so konsequent entwickelte sich sein Werk als stetige Fortführung und Wandlung der Abstraktion. Durch kalkuliertes Einbeziehen des Zufalls nimmt Richter die bewusste Steuerung des Malprozesses zurück. Er arbeitet mit Rasterstrukturen, hinter denen das Schöpferische zurücktritt oder zieht mit der Rakel über die gesamte Bildfläche. Er vermeidet schöpferisches Pathos und Bedeutungen, die außerhalb der Kunst liegen, die Bilder wirken so durch sich selbst.“
– Ortrud Westheider, Direktorin des Museum Barberini

Die Ausstellung, kuratiert von Ortrud Westheider, Direktorin des Museum Barberini, und Dietmar Elger, Leiter des Gerhard Richter Archivs an den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, ist in enger Abstimmung und Zusammenarbeit mit dem Gerhard Richter Archiv entstanden. Ein umfangreiches Veranstaltungs- und Vermittlungsprogramm mit Vorträgen, Führungen, Konzerten und Filmen begleitet die Ausstellung.

Biographie

Biographie
Gerhard Richter

Am 9. Februar 1932 wird Gerhard Richter in Dresden geboren. Nach der Schule beginnt er eine Ausbildung am Stadttheater Zittau. Seine erste Bewerbung an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden scheitert. 1951 wird er aber angenommen und studiert bis 1961 Malerei und Wandmalerei. Er erhält öffentliche Aufträge und fertigt freie Arbeiten. Bei einem Besuch der II. documenta 1959 in Kassel macht die abstrakte Kunst großen Eindruck auf ihn.

1961 flieht Richter mit seiner Frau nach Westdeutschland. In Düsseldorf setzt er sein Studium fort. Er taucht ein in die Düsseldorfer Kunstszene und experimentiert mit verschiedenen künstlerischen Ausdrucksformen. Eng arbeitet er mit den Künstlern Sigmar Polke, Konrad Lueg, Blinky Palermo und Günther Uecker zusammen. Ab den frühen 1960er Jahren dienen Richter Schwarz-Weiß-Photographien als Vorlagen für seine Gemälde. 1966 entstehen erste gegenstandslose Arbeiten, er beginnt die Serie der Farbtafeln und experimentiert mit dem Material Glas. In unterschiedlichsten Werkgruppen treibt Richter fortan die Befragung der Malerei auf ihre Möglichkeiten voran. Sein Schaffen ist dabei geprägt von einem häufigen Wechsel zwischen den Stilen.

Von 1971 bis 1994 lehrt Richter an der Düsseldorfer Kunstakademie. 1972 ist er im Deutschen Pavillon der Biennale von Venedig vertreten und nimmt erstmals an der documenta teil. Seine Arbeit Konstruktion (1976) leitet die Serie der Abstrakten Bilder ein, Richters bis heute umfangreichste Werkgruppe. 1980 setzt er erstmalig die Rakel ein, um seine Abstrakten Bilder zu schaffen. Seit 1983 lebt und arbeitet Richter in Köln und hat zahlreiche internationale Ausstellungen. 1995 heiratet er die Künstlerin Sabine Moritz. Mit den Hinterglasbildern und Strips erweitert Richter seit den 2000er Jahren seine Materialien und Techniken nochmals grundlegend. 2007 schafft er ein monumentales Glasfenster für den Kölner Dom. Heute zählt Gerhard Richter zu den erfolgreichsten lebenden Künstlern weltweit.

Katalog
Gerhard Richter. Abstraktion

Zur Ausstellung erscheint im Prestel Verlag, München, ein Katalog, herausgegeben vom Museum Barberini, Potsdam in Zusammenarbeit mit dem Gerhard Richter Archiv, Staatliche Kunstsammlungen Dresden. Mit Beiträgen von Hubertus Butin, Dietmar Elger, Valerie Hortolani, Matthias Krüger, Ortrud Westheider und Armin Zweite. 240 Seiten, 24,0 x 30,0 cm, 174 farbige Abbildungen, ISBN: 978-3-7913-5744-7. Ausgabe im Museumsshop € 29,95. Buchhandelsausgabe € 39,00.

Gerhard Richter. Abstraktion

Zur Ausstellung erscheint im Prestel Verlag, München, ein Katalog, herausgegeben vom Museum Barberini, Potsdam in Zusammenarbeit mit dem Gerhard Richter Archiv, Staatliche Kunstsammlungen Dresden. Mit Beiträgen von Hubertus Butin, Dietmar Elger, Valerie Hortolani, Matthias Krüger, Ortrud Westheider und Armin Zweite. 240 Seiten, 24,0 x 30,0 cm, 174 farbige Abbildungen, ISBN: 978-3-7913-5744-7. Ausgabe im Museumsshop € 29,95. Buchhandelsausgabe € 39,00.

Videos
Gerhard Richter zu Besuch im Museum Barberini
Eröffnungsworte zur Ausstellung
Abstraktes und Konkretes. Keine Rede
Norbert Lammert, Bundestagspräsident a.D.

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Norbert Lammert, Bundestagspräsident a.D.

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Ortrud Westheider über das Motiv des Vorhangs
Armin Zweite über das Verhältnis zwischen Malen und Denken
Matthias Krüger über die Rakel
Dietmar Elger über die Beziehung zur Wirklichkeit
Matthias Krüger über den Zufall
Dietmar Elger über Abstraktion und Gegenständlichkeit
Ortrud Westheider über die Rückbezüge zur Moderne
Pressestimmen

„Eine große Schau“
– art

„Wieder einmal eine großartig konzipierte Ausstellung in Potsdam. Gerhard Richters Werk bietet in der Abstraktion eine verblüffende Vielfalt. Selbst wer mit ihr fremdelt, wird hier spätestens im letzten Raum bekehrt. In allem Ungegenständlichen scheint immer wieder die Landschaft auf. Der weite Horizont, der Himmel, das Grün der Wiesen. Das ist Optimismus.“
– Gabriela Walde in Berliner Morgenpost

„Noch nie zuvor hat man sich in so großem Rahmen ausschließlich auf diesen „roten Faden“ – den Weggang von der Gegenständlichkeit, zugleich aber auch das Spiel mit ihr – sowie auf Richters malerische Strategien und Verfahren konzentriert.“
– Ingeborg Ruthe in Berliner Zeitung

„Das Museum Barberini zeigt Gerhard Richter als analytischen Vordenker und unumstrittenen Großmeister der ungegenständlichen Malerei“
– Nicole Buesing und Heiko Klaas in DARE Magazin

„Bestechend zu sehen, wie Richter sein Werk immer weitergedreht und -entwickelt hat … ganz hervorragend“
– Simone Reber auf Deutschlandfunk Kultur

„Das Museum Barberini zeigt Werke des Malers Gerhard Richter: Keine Retrospektive, und auch nicht das Alterswerk des 86-Jährigen. Stattdessen geht es um den roten Faden in seinem Künstlerleben: die Abstraktion.“
– Deutsche Welle

„Eine Schau, die anhand von Schlüsselwerken und teils nie gezeigten Arbeiten Richters künstlerisches Grundverständnis auf den Punkt bringt.“
– Gesine Borcherdt in DIE WELT

„Hier wird die Demut deutlich, die Richter bei aller Virtuosität bis heute bewahrt“
– Karlheinz Lüdeking in Frankfurter Allgemeine Zeitung

„Für Gerhard Richter, der am Donnerstag in Potsdam war, ist es wie ein Treffen mit alten Bekannten.“
– FAZ online

„Das Museum Barberini feiert den Maler -Star Gerhard Richter mit einer spektakulären Ausstellung“
– Ulrike Plewnia in FOCUS

„Richters Haltung ist davon bestimmt, sich von emotionalen, erzählerischen, pathetischen Intentionen zu befreien, aber ohne das Ziel, sich ein Bild von der Welt zu machen, jemals aufzugeben“
– Frankfurter Rundschau

„Eine opulente Schau, in der sich die Besucher mit fast religiös anmutender Andacht aufhalten“
– HNA

„Ein großer Wurf“
– Mathias Richter in Märkische Allgemeine Zeitung

„Das Highlight des Jahres im Museum Barberini ... eine Entdeckungsreihe durch das Richter-Universum“
– rbb Abendschau und Brandenburg aktuell

„Überraschend in all ihrer Vielfalt“
– Barbara Wiegand auf rbb-Inforadio

„Faszinierend zu sehen, wie er sein malerisches Besteck auspackt und mit immer neuen Variationen anwendet“
– Silke Hennig auf kulturradio vom rbb

„Hier wird deutsche Geschichte zur Kunstgeschichte“
– Silke Hohmann in monopol

„Richter spielt mit unseren Erwartungen, schafft Kunst-Illusionen. Wenn wir glauben, ihn verstanden zu haben, ist er immer schon einen Schritt weiter.“
​– Frank Dietschreit in Rheinische Post

„50 Jahre Kunstschaffen ergeben hier eine logische Entwicklung“
– SPIEGEL online

„Ein Festival der visuellen Kulinarik“
– Peter Richter in Süddeutsche Zeitung

„Herausragend“
– Iris Braun im tip

„Die knapp hundert Werke im Museum Barberini sind so vielseitig und oft von so hypnotischer Wirkung, dass der Rundgang zum traumwandlerischen Erlebnis wird“
– Weltkunst